+

Religionsfreiheit

Islamisches Kopftuch im deutschen Arbeitsleben

In Deutschland ist die Religionsfreiheit ein Grundrecht. „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich“, heißt es in Artikel 4 Grundgesetz.

Auch nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf im Arbeitsleben niemand aus Gründen der Religion benachteiligt werden. Arbeitgeber können daher muslimischen Arbeitnehmerinnen im Allgemeinen nicht verbieten, während der Arbeit aus Glaubensgründen ein Kopftuch zu tragen.

Zwar können sie im Rahmen ihres Direktions- und Weisungsrechts Bekleidungsregeln für die Beschäftigten aufstellen. Diese müssen aber angemessen und für die Arbeitnehmer zumutbar sein, die Glaubensfreiheit muss ausreichend berücksichtigt werden.

So entschied das Bundesarbeitsgericht 2002, dass einer Kaufhausverkäuferin wegen Tragens eines islamischen Kopftuchs nicht gekündigt werden durfte. Das Bundesarbeitsgericht urteilte 2014 aber auch, dass kirchliche Arbeitgeber das Tragen des muslimischen Kopftuchs im Dienst in der Regel verbieten dürfen.

2015 schränkte das Bundesverfassungsgericht ein bis dahin in einigen Bundesländern geltendes pauschales Kopftuchverbot für Lehrkräfte ein. Es ist nach Ansicht der Verfassungsrichter nur dann gerechtfertigt, wenn durch das Tragen eine „hinreichend konkrete Gefahr“ für den Schulfrieden oder die staatliche Neutralität ausgeht.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Abi-Note entscheidet nicht allein über Medizin-Studienplatz
Arzt ist für viele Abiturienten ein Traumjob. Doch die Vergabe der Studienplätze in Medizin ist komplex - es geht um mehr als nur die Note des Abiturs.
Abi-Note entscheidet nicht allein über Medizin-Studienplatz
Rückenschmerzen im Job: Online-Tool analysiert Gefahr
Viele Berufstätige leiden unter Rückenschmerzen. Doch meist ist unklar, ob es sich um ein vorübergehendes Leid handelt und wie man diesem vorbeugen kann. Ein Online-Tool …
Rückenschmerzen im Job: Online-Tool analysiert Gefahr
Ständig krank: Kann mein Chef mir kündigen?
Arbeitgeber sehen es gar nicht gerne, wenn Mitarbeiter zu häufig wegen einer Krankheit fehlen. Doch kann der Chef auch krankheitsbedingt kündigen?
Ständig krank: Kann mein Chef mir kündigen?
Dieser Chef gibt Mitarbeitern frei, die verkatert sind 
Abends feiern und am nächsten Tag krank melden? In einer britischen Firma ist das ganz normal. Mitarbeiter bekommen hier "Kater-Tage" - mit einem geheimen Code.
Dieser Chef gibt Mitarbeitern frei, die verkatert sind 

Kommentare