+
Je älter die Studenten sind, desto größer sind ihre Probleme mit den Belastungen des Studiums.

Studie der TK

Jeder fünfte Student hat psychische Probleme

Berlin - Wie gesund sind Deutschlands Studenten? Die Techniker Krankenkasse präsentiert dazu in Berlin frische Daten: Demnach haben überraschend viele angehende Akademiker ungesunden Stress.

In Deutschland hat nach Daten der Techniker Krankenkasse (TK) gut jeder fünfte Studierende laut ärztlicher Diagnose psychische Probleme. Bei den Studentinnen seien 30 Prozent betroffen, bei den männlichen Kommilitonen 15 Prozent. Das sagte TK-Vorstandschef Jens Baas der Deutschen Presse-Agentur zu Ergebnissen des „TK-Gesundheitsreports 2015“, den die bundesweit größte Krankenkasse am Vormittag in Berlin vorstellt.

Dafür wurden Informationen zu rund 190 000 Studierenden ausgewertet, die 2013 eigenständig bei der TK versichert waren. „Wir sehen, dass Studenten einer zunehmenden Belastung ausgesetzt sind und dass dies mit zunehmendem Alter zunehmende Auswirkungen hat“, erläuterte Baas. Ihn habe überrascht, wie stark das Alter angehender Akademiker für Erkrankungen wie Depressionen, Belastungs- oder Angststörungen eine Rolle spiele - und wie stark dies auf die Gesundheit durchschlage. „Ab 30 können sie mit Belastungen schwerer umgehen.“ Dann spielten entscheidende Prüfungen, Fragen der Studienfinanzierung und womöglich auch Kinder eine treibende Rolle als Stressfaktoren.

Seit einer TK-Analyse von 2009 habe der Anteil der Studierenden, die mindestens einmal im Jahr eine psychische Diagnose erhielten, um fast fünf Prozent zugenommen, sagte Baas. Weil der „TK-Gesundheitsreport“ keine Rückschlüsse auf die Erkrankungsursachen zulässt, befragte das Institut Forsa im Auftrag der Kasse 1000 repräsentativ ausgewählte Studierende zu ihrem Lebensstil - etwa zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten, zum Umgang mit Stress und digitalen Medien. Auch diese im „TK-CampusKompass“ zusammengefassten Ergebnisse werden am Vormittag in Berlin präsentiert.

Um Gesundheitsproblemen vorzubeugen, rate seine Kasse Studenten das, was sie auch anderen Versicherten empfehle, sagte Baas - einen guten Umgang mit Stress, vernünftige Medien-, vor allem Computernutzung - und viel Bewegung. „Es ist schon erschreckend, dass nur drei Viertel der Studenten sagen, dass sie Sport für sich als wesentlich ansehen - aber ein Viertel eben nicht.“ Auch wer selbst in seiner Freizeit noch viel am Computer sitze, habe häufiger gesundheitliche Probleme als andere Studierende, die öfter „offline“ seien.

Vor vier Jahren hatte ein TK-Gesundheitsreport gezeigt, dass Studenten insgesamt weniger gesundheitlich belastet sind, weniger Arztkontakte haben und weniger Arzneimittel verschrieben bekommen als ihre berufstätigen Altersgenossen. Beim Thema psychische Störungen entfielen auf diese Gruppe jedoch schon damals deutlich mehr Diagnosen und ein größeres Arzneimittelvolumen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Im Urlaub neue Kraft für den Job sammeln
Urlaubstage sind rar und die Erholung meist kurz. Damit man seine freie Zeit optimal ausnutzt und nicht stressig in den Arbeitsalltag zurückkehrt, sollte man ein paar …
Im Urlaub neue Kraft für den Job sammeln
Liebesbeziehung unter Kollegen: Was muss der Chef wissen?
Wenn sich Kollegen ineinander verlieben, ist das zunächst einmal nur ihre Angelegenheit. Aber was ist, wenn dadurch Arbeitsabläufe gestört werden? Kann der Chef dann …
Liebesbeziehung unter Kollegen: Was muss der Chef wissen?
Dieses Fußball-Rätsel lockt jeden auf die falsche Fährte
Sie sehnen sich dem Feierabend entgegen? Dieses Fußball-Rätsel bringt Sie auf andere Gedanken. Aber Vorsicht: Obwohl es einfach aussieht, lösen es fast alle falsch.
Dieses Fußball-Rätsel lockt jeden auf die falsche Fährte
Gehalt: Wie viel verdienen Ärzte in Deutschland? 
Ärzte tragen viel Verantwortung für ihre Patienten, schließlich kann jeder Fehler schlimme Folgen haben. Doch wie viel Geld verdienen Oberärzte, Assistenzärzte und Co. …
Gehalt: Wie viel verdienen Ärzte in Deutschland? 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.