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Manche Kollegen bringen einen schon am frühen Morgen auf die Palme. Doch oft ist man daran auch ein Stück weit selber schuld. Manchmal muss man nur bereit sein, den anderen etwas besser kennenzulernen.

Konfliktfall Kollege

Mit dicker Luft im Büro umgehen

Der Kollege ist faul, kriecherisch und linkisch. Doch arbeiten muss man mit ihm trotzdem. Auch wenn man manchen Menschen nicht mag, ist Professionalität gefragt.

Die Kollegen kann man sich nicht aussuchen. Dass dann auch Menschen darunter sind, mit denen man nicht zurecht kommt, ist klar. Das sollte die Arbeit aber nicht beeinflussen. Dafür hilft es, eine sachliche Haltung gegenüber dem Kollegen einzunehmen und die persönliche Ebene auszublenden.

"Arbeiten ist wie ein Geschäftsverhältnis. Man muss sich dabei nicht mögen". Das sagt Karrierecoach Carolin Lüdemann aus Flein bei Heilbronn. Produktiver ist es allerdings wohl, wenn das Verhältnis zu seinen Kollegen gut ist, sagt Lüdemann. Dazu kann jeder mit seinem eigenen Verhalten beitragen. Es geht darum, auch zuzulassen, den anderen zu mögen. Dann begegnet man ihm positiv. Das strahlt aus, und der Kollege wird einem auch eher positiv gegenübertreten. Umgekehrt funktioniert dieses Prinzip, als "Effekt der Resonanz und Akzeptanz" bekannt, wie Lüdemann erläutert, natürlich auch. Wer verschlossen gegenüber einem Kollegen ist, braucht sich also nicht wundern, wenn dieser ebenfalls eher negativ auf einen selbst reagiert.

Lüdemann rät, auf die Suche nach positiven Eigenschaften bei dem Kollegen zu gehen. Denn die sind ihrer Meinung nach eigentlich bei jedem zu finden. Dafür muss man bereit sein, den anderen ein bisschen kennenzulernen. Am Kaffeeautomaten plauschen oder Mittagessen gehen, lässt das Bild vom ungeliebten Kollegen vielleicht verschwinden. Wenn alles nichts hilft und man sich einfach nicht grün wird, geht man sich im Idealfall aus dem Weg. Das klappt aber nicht immer, etwa wenn ein gemeinsames Projekt ansteht. Wenn der Kollege dann nicht den Einsatz zeigt, den er sollte und man dadurch auch selbst nicht weiter kommt, rät Lüdemann zum Gespräch. "Menschen gehen so weit, wie man sie lässt. Deshalb muss man einen Riegel vorschieben." Allerdings sei es falsch, nur Vorwürfe zu machen. Konstruktiver ist laut der Expertin, aus der Ich-Perspektive zu sprechen und damit klar zu machen, wie das Verhalten auf einen selbst wirkt und die eigene Arbeit beeinflusst.

Man sollte versuchen, die Probleme untereinander in den Griff zu bekommen. Der Gang zum Vorgesetzten ist in so einer Situation nicht zu empfehlen. "Das wirkt kindisch", sagt Lüdemann. Oft kann der Chef die Situation auch nicht einschätzen und mahnt am Ende beide zu mehr Professionalität. "Da gibt es keine Sieger."

dpa/tmn

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