1. Startseite
  2. Leben
  3. Karriere

Corona: Bekomme ich bei Quarantäne oder Isolation eine Krankschreibung? Welche Regeln jetzt gelten

Erstellt:

Von: Anna Heyers

Kommentare

In vielen Unternehmen machen sich die steigenden Inzidenzen durch Personalmangel bemerkbar. Doch wann ist Isolation nötig und was ist bei Krankschreibungen wichtig?

Erst kürzlich wurde das Infektionsschutzgesetz wieder auf Herbst und Winter angepasst. Die neuen Regeln sollen erst mal bis zum 7. April 2023 gelten. Doch was ändert sich jetzt für Berufstätige – vor allem in den Bundesländern, in denen Quarantäne und Isolation abgeschafft wurden? Wann wird man zum Beispiel vom Arzt mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) krankgeschrieben?

Ein Mann steht im Winter mit Mundschutz auf einem Fußweg.
Trotz bestätigter Corona-Infektion zur Arbeit? In einigen Bundesländern ist das jetzt mit Mundschutz möglich. © Lars Zahner/Imago

Corona: Bekomme ich für freiwillige Quarantäne oder Isolation eine Krankschreibung?

Zuerst einmal kommt es hier nicht unbedingt auf die Freiwilligkeit an, sondern auf das Kranksein. Zeigen sich Symptome, wie zum Beispiel Schnupfen, Fieber oder leichte Halsschmerzen, darf der Arzt laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Mit dieser kann sich dann der Arbeitnehmer bei seinem Arbeitgeber krankmelden.

Entscheidung der Bundesländer

Generell gilt aber: Die Regeln für Quarantäne und Isolation werden von den Bundesländern selbst verabschiedet. Das heißt, in Hamburg, Thüringen und Bayern können sich die Regeln voneinander unterscheiden. Eine Übersicht, welche Regeln für welches Bundesland gelten, finden Sie auf der entsprechenden Seite der Bundesregierung.

Ist der Arbeitnehmer jedoch symptomfrei, darf der Arzt in der Regel keine AU-Bescheinigung ausstellen. In diesem Fall ist die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber über die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz gesichert. Der Patient reicht dazu den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber ein. Der Entschädigungsanspruch gilt jedoch nicht für Ungeimpfte. Ob Arbeitnehmer in Quarantäne arbeiten müssen oder nicht, erfahren Sie hier.

Wichtig hier: Ob eine Krankschreibung erfolgt, ist immer auch eine Einzelfallentscheidung. Hat man etwa keine Symptome, aber einen positiven Test, würde man im Homeoffice vielleicht ohne AU weiterarbeiten können. Bei einem Job in der Alten- oder Krankenpflege oder Kinderbetreuung sieht das unter Umständen anders aus.

Wann sollte man sich krankschreiben lassen?

Gesundheitsexperten raten auf jeden Fall zur Vorsicht. Wer sich zwar infiziert hat, sich aber trotzdem wohlfühlt, der kann – wo möglich und vom Arbeitgeber abgesegnet – im Homeoffice weiterarbeiten. Wichtig hier: Ehrlich sich selbst gegenüber sein! Ob Corona oder eine andere Krankheit: Wer mit einem „ist doch nicht so schlimm, das geht schon“ sein Unwohlsein ignoriert, kann so eine Krankheit auch verschleppen – und fällt unter Umständen für eine längere Zeit aus.

Bei Corona gilt immer noch: Auch ohne Symptome ist der Infizierte potenziell ansteckend. Der KBV rät daher, auch dann eine AU-Bescheinigung auszustellen, wenn der Patient für seine berufliche Tätigkeit seine Wohnung verlassen muss. Einige Arbeitgeber akzeptieren einen positiven PCR-Test als Krankmeldung, sicherer ist aber immer, sich um ein Attest zu bemühen – gerade bei Symptomen.

Sonderregelung: Krankschreibung übers Telefon

Eigentlich müssen Erkrankte persönlich beim Arzt erscheinen und vorstellig werden, um eine AU zu bekommen. Laut Bundesregierung wurde die telefonische Krankschreibung allerdings bis zum 31. März verlängert. Versicherte, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, können so telefonisch bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden – ohne persönlich beim Arzt erscheinen zu müssen. Die Versichertenkarte kann nachgereicht werden.

Abschaffung der Quarantäne in mehreren Bundesländern

Derzeit gilt bundesweit die Pflicht für Corona-Infizierte, sich fünf Tage zu isolieren. Doch einige Bundesländer, darunter Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, haben einen anderen Weg gewählt: Seit dem 17. November wurde hier die Isolationspflicht abgeschafft. Positiv Getestete sollen, statt zu Hause bleiben zu müssen, zukünftig für fünf Tage außerhalb der eigenen Wohnung eine Maske in Innenräumen tragen.

Wir müssen zurück zur Normalität und mit Corona umgehen und leben wie mit anderen Infektionskrankheiten auch.

Dr. Stephan Hofmeister, stellv. Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, findet diesen Schritt nur folgerichtig: „Das Vorpreschen der vier Länder macht vor dem Hintergrund der derzeitigen Corona-Lage Sinn.“ Schließlich lägen in den Einrichtungen, in denen es ein größeres Risiko herrsch (z.B. Krankenhäuser, Arztpraxen) mittlerweile gute Hygienekonzepte vor. Er ist der Meinung, dass Menschen, die sich trotz Corona gesund fühlen, „zur Arbeit gehen können – und dann beispielsweise eine Maske tragen“.

Ja oder nein – mit Corona zur Arbeit?

Eine Meinung, der sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nicht anschließen mag. Laut der Deutschen Presseagentur (dpa) sprach er Anfang November von einem Fehler und warnte vor einem „Flickenteppich“ mit verschiedenen Isolationsregeln in den Bundesländern. „Es gibt auch keinen medizinischen Grund, jetzt auf die Isolationspflicht zu verzichten“, so der SPD-Politiker. Es gäbe etwa 1.000 Todesfälle durch Covid pro Woche, man stehe vor einer „wahrscheinlich schweren Winterwelle“ und sei „am Vorabend einer ansteckenderen Variante“. Es sei deshalb nicht wirklich verantwortbar, die Isolationspflicht wegzunehmen. Er fügte hinzu, der Arbeitsplatz müsse sicher bleiben und es müsse verhindert werden, dass Menschen infiziert zur Arbeit gedrängt würden.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Karriere finden Sie im regelmäßigen Karriere-Newsletter unseres Partners Merkur.de.

Hier sind die Arbeitgeber am Zuge. Sie sind verpflichtet, Hygienekonzepte zu erstellen und Schutzmaßnahmen umzusetzen. Dazu gehören auch die Maßnahmen, die sich bisher als bewährt erwiesen haben:

Unterschied: Isolation und Quarantäne

Sowohl Isolation (oder Isolierung) als auch Quarantäne sollen die Verbreitung eines Krankheitserregers durch die Reduzierung von Kontakten verhindern. Die Isolation wird behördlich angeordnet und gilt für Personen mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion. Sie kann zu Hause oder, bei schweren Verläufen, im Krankenhaus erfolgen. Bei Menschen in Quarantäne besteht der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Sie ist zeitlich begrenzt und gilt in der Regel für enge Kontaktpersonen bestätigter Erkrankter. Die aktuellen Empfehlungen zu Isolierung und Quarantäne finden Sie zum Beispiel auf der Homepage der Seite Zusammen gegen Corona von der Bundesregierung.

Auch interessant

Kommentare