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Kündigung am Telefon - rechtens oder nicht?

Landesarbeitsgericht entscheidet

Am Telefon gefeuert - geht das überhaupt?

Berlin - Das Telefon klingelt, dran ist der Chef. Schlechte Nachrichten: Sie sind gefeuert. Mit sofortiger Wirkung. Aber geht das so einfach? Nein, sagt das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz.

Eine Kündigung muss immer schriftlich ausgesprochen werden. Wirft der Chef einen Mitarbeiter telefonisch raus, braucht der das nicht zu akzeptieren. Er hat so lange Anspruch auf Lohn, bis das Arbeitsverhältnis aufgrund einer wirksam ausgesprochenen Kündigung endet.

In einem Fall, der vom Landesarbeitsgericht Rheinland- Pfalz verhandelt wurde (Az.: 5 Sa 87/13), hatte eine Mitarbeiterin im Einzelhandel geklagt. Sie war seit 2. Mai 2012 bei einem Unternehmen beschäftigt. Der Arbeitgeber kündigte ihr am 21. Mai 2012 telefonisch mit „sofortiger Wirkung“, was die Frau per E-Mail bestätigte. Die Arbeitnehmerin erschien nicht mehr zur Arbeit. Erst am 30. Juli erklärte der Arbeitgeber schriftlich die Kündigung. Vor Gericht forderte die Mitarbeiterin Lohn nach. Der wäre fällig gewesen, wenn sie weitergearbeitet hätte und erst die Kündigung vom 30. Juli wirksam gewesen wäre.

Die Richter sprachen der Frau das Geld zu. Die telefonische Kündigung sowie die Bestätigung der E-Mail seien unwirksam. Das Gesetz fordere für Kündigungen die Schriftform. Entscheidend sei deshalb die Kündigung am 30. Juli.

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dpa

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