Achtung, Pendler: Störung bei S7 und Stau auf der Stammstrecke

Achtung, Pendler: Störung bei S7 und Stau auf der Stammstrecke
+
Ein Arbeitgeber, der Mitarbeitern wegen Fehlern kündigen will, muss zunächst mögliche organisatorische Quellen für diese Fehler ausräumen, entschied das Arbeitsgericht Berlin im Kündigungsstreit um eine Reinraum-Mitarbeiterin.

Arbeitsrecht

Kündigung wegen Fehlern ist schwierig

Fehler unterlaufen jedem mal. Häufen sie sich im Job, droht der Arbeitgeber gern mal mit der Kündigung. Doch vorher muss er selbst mögliche Quellen für die Fehler beheben, entschied das Arbeitsgericht Berlin im Kündigungsstreit um eine Reinraum-Mitarbeiterin.

Berlin - Ein Chef kann einem Mitarbeiter kündigen, wenn dieser mehrfach gegen Regeln verstößt und Fehler macht. Jedoch muss er zunächst prüfen, ob er durch technische oder organisatorische Vorkehrungen die Fehler des Mitarbeiters künftig vermeiden kann. Sonst ist die Kündigung unwirksam.

In dem verhandelten Fall hatte ein Hersteller von Medizintechnik einer Mitarbeiterin gekündigt. Sie hatte in einem Reinraum gearbeitet. In einer Abmahnung warf ihr der Arbeitgeber vor, nicht die Qualitätskriterien zu erfüllen. Seine Kündigung stützte er darauf, dass sie versucht habe, Behälter in den Reinraum mitzunehmen, die dort nicht verwendet werden dürfen.

Das Arbeitsgericht Berlin hielt die Kündigung für unwirksam (Az.: 28 Ca 5695/14). Der Mitarbeiterin konnte nicht nachgewiesen werden, dass sie absichtlich die falschen Behälter mit hineingenommen hatte. Der Arbeitgeber hätte zunächst technische und organisatorische Maßnahmen treffen müssen, damit solche Fehler unterbleiben. Es gab zwei Arten von Behälter, von denen Arbeitnehmer nur eine in den Reinraum mitnehmen dürfen. Sie seien nahezu identisch und nur zu unterscheiden durch einen kleinen Aufdruck. Nach Ansicht des Gerichts hätte der Arbeitgeber zunächst die Unterscheidbarkeit der Behälter verbessern müssen, um Verwechslungen vorzubeugen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Freiwilligendienst Kulturweit: Bewerben noch bis 1. Dezember
Der Freiwilligendienst Kulturweit bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich im Bereich Kultur, Bildung und Menschenrechte zu engagieren. Dabei profitieren sie auch …
Freiwilligendienst Kulturweit: Bewerben noch bis 1. Dezember
Deutschland bei Frauen-Einkommen fast Schlusslicht in Europa
Immer noch verdienen Frauen in Deutschland deutlich weniger als Männer. 22 Prozent beträgt der Rückstand durchschnittlich. In den meisten anderen EU-Staaten ist die …
Deutschland bei Frauen-Einkommen fast Schlusslicht in Europa
Studie: 40 000 Flüchtlinge nehmen bis 2020 Studium auf
Aufstiegschancen für Nichtakademiker, passgenaue Bildung von Flüchtlingen - an den deutschen Hochschulen ist nach Expertenmeinung noch viel Luft nach oben.
Studie: 40 000 Flüchtlinge nehmen bis 2020 Studium auf
Diese Frage sollten Sie einem Headhunter niemals stellen
Headhunter suchen ständig nach Talenten, um offene Stellen zu besetzen. Doch wer auf Anfragen falsch reagiert, versaut sich seine Chancen schneller als gedacht.
Diese Frage sollten Sie einem Headhunter niemals stellen

Kommentare