+
Wenn ein Arbeitnehmer oft und lange krankheitsbedingt ausfällt, ist das noch kein Kündigungsgrund. Er ist es erst dann, wenn es keine Aussicht auf Besserung gibt. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Urteil

Kündigung wegen Krankheit nur bei negativer Prognose

Krankmeldungen kommen im Berufsalltag vor. Häufige Fehlzeiten sind für Arbeitgeber aber oft ein Grund für eine Kündigung. Dass das nicht rechtens ist, zeigt ein neues Urteil.

Rostock (dpa/tmn) - Wer lang und oft krank ist, muss eventuell mit einer Kündigung durch den Arbeitgeber rechnen. Die Fehlzeiten allein reichen als Kündigungsgrund aber noch nicht aus, selbst wenn sich über Jahre Krankheit an Krankheit reiht.

Es muss auch abzusehen sein, dass es in Zukunft keine Besserung gibt. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Mecklenburg-Vorpommern hervor (Az.: 2 Sa 158/16), auf das der Rechtsprechungs-Report Arbeitsrecht (Ausgabe 7/2017) der Neuen Zeitschrift für Arbeitsrecht hinweist.

In dem Fall ging es um eine Anlagenfahrerin, die seit 2003 bei ihrem Arbeitgeber tätig war. Ab 2011 fehlte sie wiederholt für längere Zeit - zunächst wegen eines eingeklemmten Nervs im Ellenbogen, dann wegen eines Rückenleidens nach einem Treppensturz, schließlich wegen einer Scheidung und daraus folgenden psychischen Problemen. Insgesamt fiel sie von 2011 bis 2015 für 400 Tage aus.

Daraufhin kündigte ihr der Arbeitgeber, die Anlagenfahrerin zog vor Gericht - und gewann. Die Kriterien für eine sogenannte negative Gesundheitsprognose seien hier nicht erfüllt, urteilte das Gericht: Gewebe- oder Skelettverletzungen würden in der Regel heilen und seien damit keine Grundlage für eine solche Prognose. Und auch eine Lebenskrise nach einer Scheidung sei in den meisten Fällen vorübergehend. Damit war für das Gericht nicht bewiesen, dass die Arbeitnehmerin auch in Zukunft besonders krankheitsanfällig ist.

Urteil

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Verliebt in den Kollegen? Fünf Regeln für Turteltauben
Liebe am Arbeitsplatz - kann das gut gehen? Paare, die zusammen arbeiten, haben es nicht immer leicht. Für sie gelten besondere Regeln.
Verliebt in den Kollegen? Fünf Regeln für Turteltauben
Wie Hochschulen mit Studenten kommunizieren
Was man für ein Studium braucht und wie man an einen Platz kommt, ist manchmal schwer zu verstehen. Um den Studenten ihre Hemmungen zu nehmen, nutzen Studienberater nun …
Wie Hochschulen mit Studenten kommunizieren
Sind Sie schlau genug, um für Elon Musk zu arbeiten?
Sie träumen davon, bei Tesla oder SpaceX zu arbeiten? Dann sehen Sie sich einmal diese Bewerbungsfrage an. Sie soll die Lieblingsfrage von Chef Elon Musk sein.
Sind Sie schlau genug, um für Elon Musk zu arbeiten?
Wenn Sie dieses Rätsel lösen, sind Sie ein Logik-Genie
Sind Sie logisch begabt? Dann lösen Sie dieses Rätsel bestimmt im Handumdrehen. Was glauben Sie: Wer sagt hier die Wahrheit - und wer lügt?
Wenn Sie dieses Rätsel lösen, sind Sie ein Logik-Genie

Kommentare