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Kündigung: Soll ich ein Bleibe-Angebot annehmen?

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Von: Andrea Stettner

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Wenn der Chef mit einem Gegenangebot winkt, lasen sich viele von einer Kündigung abbringen.
Wenn der Chef mit einem Gegenangebot winkt, lasen sich viele von einer Kündigung abbringen. © Panthermedia/Imago

Sobald die Kündigung ausgesprochen ist, winkt so mancher Chef mit mehr Geld. Doch sollen sich Arbeitnehmer auf ein solches Bleibe-Angebot einlassen?

Wenn Mitarbeiter ihren Job kündigen*, hat dies meist triftige Gründe: unliebsame Aufgaben, zu wenig Wertschätzung oder ein zu geringes Gehalt gehören zu den häufigsten. Bestimmte Zeichen verraten sogar schon Monate vorher, dass Mitarbeiter kündigen wollen. Im Kündigungsgespräch vollziehen dann viele Vorgesetzte eine Kehrtwende und wollen wechselwillige Mitarbeiter mit einer Prämie, mehr Gehalt oder Aussicht auf Beförderung doch noch zum Bleiben überreden.

Kündigung: Mitarbeiter sollten sich auf Gegenangebot vorbereiten

Mitarbeiter, die kündigen, sollten sich auf jeden Fall auf ein Gegenangebot vorbereiten, meint auch Gary Burnison, CEO der Unternehmensberatung Korn Ferry: „Entweder Sie sind fest entschlossen, Ihren Wechsel umzusetzen. Oder Sie sollten schon im Vorfeld genau definieren, was notwendig wäre, um Sie von diesem Wechsel abzuhalten“, rät der Experte im Gespräch mit der Wirtschaftswoche. „Kommt das dann zur Sprache, sind Sie verhandlungsbereit. Erhalten Sie dieses Angebot nicht, unterstreicht es Ihre Entscheidung, dass es sich um eine gerechtfertigte Kündigung handelt.“

Lesen Sie auch: Mann hinterlässt Kündigung auf Klopapier – sein Chef reagiert anders als erwartet.

Experten raten davon ab, Bleibe-Angebot anzunehmen

Andere Experten warnen jedoch davor, sich nach einer Kündigung auf ein Bleibe-Angebot einlassen. Denn selbst wenn sich Ihre Konditionen im Unternehmen verbessert, fehlt Vorgesetzten nach einer Kündigung oft das Vertrauen. „Ihr Arbeitgeber vergisst nicht, dass Sie kurz vor dem Absprung standen. Er wird Sie genau beobachten, schließlich sind Sie in seinen Augen jetzt ein Absprungkandidat“, mahnt etwa der Personaldienstleister Robert Half auf seinem Blog. Bei der nächsten Beförderungsrunde dürfte also vermutlich der vermeintlich loyalere Kollege den Vorzug erhalten.

Oder der Chef will Sie mit seinem Gegenangebot nur so lange im Unternehmen halten, bis ein Ersatz gefunden ist, warnt Karrierebibel.de: „Indizien dafür können sein, dass man Ihnen nicht mehr Gehalt, sondern nur einen höheren Bonus oder flexiblere Arbeitszeiten bietet.“

Zu guter Letzt dürfen Sie nicht vergessen, dass es einen guten Grund gab, zu kündigen. Selbst wenn Ihnen ein Bleibe-Angebot des Chefs schmeichelt, dürfte diese plötzliche Wertschätzung auch ganz schnell wieder verfliegen. Erfahren Sie hier, was sich Mitarbeiter vor ihrer Kündigung von ihren Chefs gewünscht hätten. (as)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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