+
Kein Pardon: Wer die Konkurrenz unterstützt, darf fristlos gekündigt werden - entschied das Landesarbeitsgericht Hamm. Foto: Bernd Thissen

Kundenanfrage an Wettbewerber gemailt: Kündigung droht

Wer die Konkurrenz unterstützt, darf fristlos gekündigt werden. So entschied ein Gericht im Fall einer Mitarbeiterin, die eine Kundenanfrage an einen Kollegen weitergeleitet hatte. Doch dieser Kollege war im Begriff, eine eigene Firma zu gründen.

Hamm (dpa/tmn) - Mitarbeitern droht eine fristlose Kündigung, wenn sie eine Kundenanfrage an einen Wettbewerber weiterleiten. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Hamm (Az.: 8 Sa 90/14).

In dem verhandelten Fall hatte eine Arbeitnehmerin eine Kundenanfrage an die private E-Mail-Adresse eines Kollegen weitergeleitet. Der war gerade dabei, eine Firma zu gründen, die ihrem Arbeitgeber Konkurrenz macht.

Als der Arbeitgeber davon erfuhr, kündigte er der Mitarbeiterin fristlos. Sie wehrte sich. Sie argumentierte, ihr Kollege sei auch bei ihrem Arbeitgeber für solche Anfragen zuständig.

Das überzeugte das Gericht nicht. Mitarbeitern sei grundsätzlich jede Konkurrenztätigkeit zum Arbeitgeber verboten. Dieser Grundsatz gilt auch dann, wenn man nicht selbst in Wettbewerb zum Arbeitgeber tritt, aber die Konkurrenz unterstützt. Das war hier geschehen.

Die Pflichtverletzung sei so schwerwiegend, dass eine fristlose Kündigung gerechtfertigt ist. Eine vorherige Abmahnung oder ordentliche Kündigung sei nicht notwendig.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Studie hinterfragt "Schönheitsprämien" im Job
Seit Jahren erforschen Ökonomen, ob das Aussehen die Höhe des Gehalts beeinflusst. Eine neue Studie hinterfragt jetzt die Existenz einer solchen "Schönheitsprämie".
Studie hinterfragt "Schönheitsprämien" im Job
Karneval am Arbeitsplatz
Die Narren haben ihren Auftritt natürlich schon lang geplant. Wer sich nicht so beherzt in den Karnevalstrubel stürzt, fragt sich mitunter: Ist der Rosenmontag wirklich …
Karneval am Arbeitsplatz
Nur noch Deutschland bietet gebührenfreie Hochschulbildung
In Deutschland spielen Privathochschulen eine Nischenrolle. Andere Staaten können die Nachfrage nicht mehr mit öffentlichen Unis decken.
Nur noch Deutschland bietet gebührenfreie Hochschulbildung
Wie Schüler den richtigen Beruf finden
Einen passenden Beruf gibt es für jeden. Doch wer gerade sein Abitur macht, verzweifelt manchmal an den Möglichkeiten. Sich an früher zu erinnern, hilft.
Wie Schüler den richtigen Beruf finden

Kommentare