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Kuriose Panne: Firma muss 37 Mitarbeitern Gehalt bis ans Lebensende zahlen

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Von: Andrea Stettner

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Rund 40 Mitarbeiter der Düsseldorfer Rheinbahn profitieren von einer Panne ihres Arbeitgebers: Ihr Gehalt wird bis zum Lebensende ausgezahlt.
Rund 40 Mitarbeiter der Düsseldorfer Rheinbahn profitieren von einer Panne ihres Arbeitgebers: Ihr Gehalt wird bis zum Lebensende ausgezahlt. © Martin Gerten/dpa

Ein kleiner Fehler in den Arbeitsverträgen kostet eine Düsseldorfer Firma nun jede Menge Geld: Ein Teil ihrer Angestellten erhält ihr Gehalt bis zu ihrem Tod.

37 Mitarbeiter der Düsseldorfer Rheinbahn haben das große Los gezogen: Sie sind unkündbar und haben Arbeitsverträge bis an ihr Lebensende. Das heißt auch: Sie bekommen ein lebenslanges Gehalt. Doch wie kam es zu diesen "Papst-Verträgen", wie sie intern bereits genannt werden? 

Fehler in Arbeitsvertrag: Mitarbeiter beziehen Gehalt bis zum Tod

Vor rund 30 Jahren entdeckte das Unternehmen erstmals, dass mit einigen Verträgen etwas nicht stimmt, wie das Kölner Nachrichtenportal Express berichtet: Ein tarifvertraglicher Altersgrenze-Passus wurde schlicht vergessen. Die Verantwortlichen sind inzwischen verstorben, doch den Fehler muss nun die Firma ausbaden - und der kommt ihr teuer zustehen. 

Rheinbahn-Sprecher Georg-Schumacher bestätigt gegenüber dem Express sogar, dass mehr als 100 solcher Verträge existiert hätten: "Das begann 1980 und dauerte bis 2001, als es auffiel. Wir sind seit langer Zeit in Gesprächen, diese Verträge einvernehmlich aufzulösen." Und genau das soll auch mit den noch bestehenden 37 "Papst-Verträgen" passieren: "Ohne Gegenleistung und mit Bezahlung zuhause rumsitzen - das wird es nicht geben", äußert sich Aufsichtsratsmitglied Andreas Hartnigk gegenüber dem Express. 

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Arbeitsrechtler: Lebenslange Arbeitsverträge sollen wasserdicht sein

Doch so einfach, wie sich Hartnigk sich das vorstellt, ist es nicht - ohne Zustimmung der betroffenen Mitarbeiter geht nichts. "Diese Leute bekommen Gehalt bis an ihr Lebensende, plus ihrer Rente. Die Gelder können nicht aufgerechnet werden", meint ein leitender Angestellter.

Und auch Arbeitsrecht-Jurist Daniel Hautumm hält die Papst-Verträge für wasserdicht: "Der Arbeitgeber hat ganz schlechte Karten, wenn das Austrittsdatum nicht im Vertrag steht oder ein Verweis auf einen entsprechenden Passus in einem Tarifvertrag fehlt."

Besonders bitter für die Rheinbahn: Etliche begünstigte Mitarbeiter sollen in Führungspositionen arbeiten und beziehen laut Express sehr gute Gehälter - 8.000 Euro zum Beispiel. Das könnte über die Jahre noch sehr teuer werden.

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