Lehrstellensuche: Nicht nur nach Trendberufen umsehen

Stuttgart - Auf der Lehrstellensuche sollten Jugendliche nicht nur Trendberufe ins Auge fassen. Viele ließen sich bei der Berufswahl zum Beispiel vom Fernsehen beeinflussen.

Diesen Trend hat Berufsberater Bernd Lorenzen von der Arbeitsagentur in Lübeck beobachtet. “Koch ist jetzt der Knaller - durch all die Kochsendungen im TV“, sagte der Berater auf der Bildungsmesse Didacta (noch bis 26. Februar) in Stuttgart. Ähnlich sei es mit dem Tierpfleger, dessen Arbeit durch Zoosendungen populär geworden sei.

Das kann zum einen dazu führen, dass Jugendliche ein falsches Bild von Berufen bekommen. Und es erschwere die Lehrstellensuche, wenn sich alle auf dieselben Stellen bewerben, sagte Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) auf der Messe. “Die Jungen wollen alle Kfz-Mechatroniker werden, die Mädchen Einzelhandelskauffrau.“ Gerade bei Frauen sei das ein Problem: Die Hälfte aller weiblichen Lehrstellenbewerber strebe nur drei bis vier Berufe an. Dadurch sei das Rennen um die Plätze in diesen Berufen besonders eng.

Oft sei das eine Imagefrage, sagte Pieper. “Berufe, die keinen attraktiven Namen haben, fallen durch den Rost“, sagte Pieper. Der Mediengestalter sei sehr beliebt, “weil die Medien bei Jugendlichen hoch angesehen sind“. Weniger gefragt sei der Beruf des Produktionstechnologen, der etwa im Anlagen- oder Fahrzeugbau arbeitet.

Jugendliche sollten daher unbedingt in einem Praktikum in ihren Wunschberuf hineinschnuppern, um sich ein realistisches Bild zu machen, rät Lorenzen. Dabei zeige sich dann oft auch, welche Alternativen infrage kommen. “Man muss sich fragen: Was hat Dir im Praktikum Spaß gemacht? Wenn das die Arbeit mit Metall ist, ist zum Beispiel der Maschinen- oder Anlagenbauer eine Alternative zum Kfz-Mechatroniker.“ Und falls Jugendliche sich für komplexe Technik interessieren, sei der Beruf des medizinisch-technischen Radiologieassistenten vielleicht genau das Richtige für sie.

dpa

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