+

Kündigung wegen geklauten Brotaufstriches

Die Kündigung einer Frau die am Arbeitsplatz ein Frikadellenbrötchen vom Büfett aß, auf das sie kein "Zugriffsrecht" hatte, das aber sonst in den Müll gewandert wäre, ist noch in aller Munde. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Bestiehlt ein Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber, kann dies auch bei einem minimalen Wert des gestohlenen Gegenstands unter Umständen eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Allerdings müssen die Interessen beider Parteien sehr sorgfältig abgewogen werden. Darüber informiert die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) und verweist auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 18. September 2009 (AZ: 13 Sa 640/09).

Der Angestellte eines Bäckereiunternehmens, auch Mitglied des Betriebsrats, hatte sich im Personalkauf ein Brötchen gekauft und dieses mit einem „Hirtenfladen-Belag“ aus der Produktion seines Betriebs bestrichen. Sein Arbeitgeber kündigte ihm deswegen fristlos. Er sah in dem Verhalten seines Mitarbeiters eine schwere Vertragsverletzung. Der Angestellte argumentierte, er habe gemeinsam mit einem Kollegen den Aufstrich nur abschmecken wollen und ging vor Gericht.

Die Richter entschieden nach Abwägung der Interessen beider Parteien zugunsten des Mitarbeiters. Die fristlose Kündigung sei unwirksam, eine Weiterbeschäftigung des Mannes bis zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist sei dem Unternehmen zuzumuten. Die Richter betonten aber, dass grundsätzlich auch der Diebstahl von „geringwertigen Vermögensgegenständen“ – der Wert des Aufstrichs lag bei unter zehn Cent – Grund für eine außerordentliche Kündigung sei.

Informationen: www.ag-arbeitsrecht.de (dav)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Australien beliebtestes Work-and-Travel-Ziel
Arbeiten und Reisen im Ausland - das können junge Menschen mit speziellen Work-and-Travel-Visa perfekt miteinander kombinieren. Der beliebteste Ort für die Abenteuerzeit …
Australien beliebtestes Work-and-Travel-Ziel
Deshalb sollten Sie keine Gehaltserhöhung verlangen
Jeder Arbeitnehmer freut sich über mehr Geld vom Chef, aber bestimmte Gehaltsgruppen profitieren überhaupt nicht von Erhöhungen. Schuld ist das deutsche Steuerrecht.
Deshalb sollten Sie keine Gehaltserhöhung verlangen
Fünf Psycho-Tricks, mit denen Sie bekommen, was Sie wollen
Erfolgreiche Menschen haben eines gemeinsam: Sie wissen, wie sie andere Menschen überzeugen. Ein Karriere-Coach verrät, wie jeder zum Charismatiker werden kann.
Fünf Psycho-Tricks, mit denen Sie bekommen, was Sie wollen
Offene Stellen: Pharmaindustrie sucht vor allem Akademiker
Gute Nachrichten für Akademiker auf Jobsuche: In der Pharmaindustrie sind zahlreiche Stellen zu vergeben. Der Personalbedarf der Branche ist im Vergleich zum Vorjahr …
Offene Stellen: Pharmaindustrie sucht vor allem Akademiker

Kommentare