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Viele Firmen fürchten, früher als geplant ältere Mitarbeiter zu verlieren.

Sorge in Bayerns Metallindustrie

Mehr Lohn gegen "Rente mit 63"

Schon kurz nach Einführung der Rente ab 63 zeichnet sich ab, dass das Rentenpaket sehr gut angenommen wird. Personalchefs fürchten um den Wegfall erfahrener Mitarbeiter und wollen die Arbeitskräfte im Betrieb halten.

Im ersten Monat nach Einführung der abschlagsfreien Rente ab 63 für langjährig Versicherte haben schon rund 85.000 Beschäftigte einen Antrag gestellt. Dies teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin mit. In Kraft getreten war das Rentenpaket zum 1. Juli.

Etwa 240.000 "Vorzieher" erwartet 

Die Bundesregierung rechnet nach früheren Angaben im Einführungsjahr der Rente ab 63 mit etwa 240.000 „Vorziehern“. Dazu zählen auch jene Beschäftigten, die die Voraussetzungen nicht erfüllen, aber dennoch in Ruhestand gehen wollen und dafür Abschläge in Kauf nehmen. Rüdiger Ostrowski vom Verband Spedition und Logistik NRW sagte der Zeitung, Personalchefs gingen inzwischen dazu über, 63-Jährigen Lohnerhöhungen um zehn bis 15 Prozent zu bieten, damit sie weiterarbeiten, statt in Rente zu gehen. Frank Eberle, Geschäftsführer der ALPMA Alpenland Maschinenbau GmbH in Rott am Inn, erwartet zwar kurzfristig keine Probleme, weil die in Frage kommenden Jahrgänge bereits Gebrauch von Altersteilzeit-Regelungen gemacht hätten.

Großes Problem in den nächsten Jahren

Für die kommenden Jahre sieht Eberle die Regelung aber als „signifikantes Problem“: Sämtliche Bemühungen, ältere Arbeitnehmer im Unternehmen aktiv zu halten, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, würden durch die Rente mit 63 konterkariert, sagte er gegenüber dem Münchner Merkur. Besorgt zeigt sich auch Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metallund Elektroarbeitgeberverbände. Im Durchschnitt hätten 2,5 Prozent der Belegschaften von Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie und damit rund 20 000 Beschäftigte Anspruch auf die abschlagsfreie Rente mit 63. Damit stelle diese Regelung für mehr als 60 Prozent der M+E Firmen im Freistaat in Problem dar, weil sie befürchten, früher als eingeplant Mitarbeiter zu verlieren, so Brossardt.

Kleinere Betriebe besonders betroffen

Vor allem kleinere Unternehmen fürchteten negative Folgen der Regelung, habe eine repräsentative Befragung ergeben. Von der Rente mit 63 profitiert, wer mindestens 45 Jahre eingezahlt hat. Zunächst gibt es die abschlagsfreie Rente ab 63, bis 2029 wird das Eintrittsalter für jeden neuen Jahrgang schrittweise auf 65 angehoben.

dpa/mm

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