+
Putzhilfen bekommen auch in Privathaushalten den Mindestlohn. Allerdings entfällt für Privathaushalte die Aufzeichnungspflicht für die Arbeitszeit.

Mindestlohn in Privathaushalten: Die wichtigsten Regeln

Das Reinigen der Wohnung, die Pflege von Angehörigen, die Betreuung von Kindern - bei solchen Arbeiten lassen sich viele helfen. Seit dem 1. Januar haben Haushaltshilfen Anspruch auf den Mindestlohn. Dabei müssen einige Regeln beachtet werden.

Berlin - Seit dem 1. Januar 2015 gilt ein Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde. "Das schließt Beschäftigte im Privathaushalt ein", erläutert Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin. Beim Nachweis, ob der Mindestlohn tatsächlich gezahlt wird, gibt es für Privathaushalte aber Erleichterungen: Hier müssen Arbeitgeber keine laufenden Arbeitszeitaufzeichnungen machen. Das gilt sowohl für Minijobs als auch für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.

Bei Beschäftigten im Privathaushalt reicht zum Nachweis für den Mindestlohn der Arbeitsvertrag aus, wenn das Verhältnis zwischen Arbeitslohn und den vereinbarten Arbeitsstunden stimmt. Wichtig zu beachten: Sollte kein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen worden sein, ist der Privathaushalt als Arbeitgeber verpflichtet, der Beschäftigung einen schriftlichen und unterschriebenen Nachweis über die wesentlichen Arbeitsbedingungen auszustellen. Dies muss innerhalb eines Monats nach Beginn der Tätigkeit passieren.

Der Nachweis muss folgende Angaben enthalten: Name und Anschrift der Vertragsparteien, Beginn der Tätigkeit, bei befristeten Arbeitsverhältnissen die voraussichtliche Dauer des Arbeitsverhältnisses, Arbeitsort, Art der Tätigkeit, Zusammensetzung, Höhe und Fälligkeit des Arbeitsentgelts, Zulagen, Prämien, Sonderzahlungen, Arbeitszeit, Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs und Kündigungsfristen. "Die Regelungen sollten dringend eingehalten werden", rät Nöll. "Ansonsten kann ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit drohen, die letztendlich sogar mit einer Geldbuße belegt werden kann."

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bewerbung: Alles zu Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch
Was gehört in die Bewerbungsmappe? Wie sieht ein guter Lebenslauf aus? Wie setzen Sie sich von anderen Bewerbern ab? Hier finden Sie eine umfassende Übersicht.
Bewerbung: Alles zu Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch
Drei gute Gründe, wieso Sie jetzt endlich kündigen sollten
Sie hadern schon länger mit Ihrem Job? Dann sollten Sie vielleicht doch den Absprung wagen. Wann Sie definitiv kündigen sollten, lesen Sie hier.
Drei gute Gründe, wieso Sie jetzt endlich kündigen sollten
Stuhl, Keks, Weinachtsbaum: Mitarbeiter gestehen, was sie geklaut haben
Egal ob Klopapier, Essen oder Weihnachtsdeko: Im Büro ist nichts vor Langfingern sicher. Dabei klauen nicht nur Arme - oft ist einfach die Gelegenheit günstig.
Stuhl, Keks, Weinachtsbaum: Mitarbeiter gestehen, was sie geklaut haben
Überraschend: Das ist der stressigste Job der Welt
Wissenschaftler haben in einer Langzeitstudie herausgefunden, welches der stressigste Job der Welt ist. Mit dem Ergebnis hätten wohl viele nicht gerechnet.
Überraschend: Das ist der stressigste Job der Welt

Kommentare