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Wer Prüfungsangst hat, sollte die Vorbereitung auf die Klausur besonders systematisch angehen. Dazu gehört, sich in Lerngruppen zu organisieren. Erst im Austausch mit anderen gewinnen viele Sicherheit im Lernstoff.

Wegdrücken macht es schlimmer

Mit Prüfungsangst souverän umgehen

Herzklopfen vor einer Klausur kennt fast jeder. Bestimmt die Angst aber Wochen vor dem Termin den Alltag, sprechen Experten von Prüfungsangst.

 Vor einer wichtigen Prüfung aufgeregt zu sein, ist völlig normal. "Es ist eine Situation, die die Gefahr birgt, dass etwas schiefgeht", sagt Psychologin Angelika Wuttke von der Universität Düsseldorf.

Manche Studenten entwickeln eine so schlimme Angst vor Prüfungen, dass sie diese kaum bestehen. Wichtig sei, die Angst nicht Überhand nehmen zu lassen, sagt Wuttke. "Angst, die man wegzudrücken versucht, wird immer schlimmer." Die gute Nachricht für Betroffene: Prüfungsangst lässt sich behandeln.

Gegen Prüfungsangst und Aufschieberitis helfen Lernpläne

Um leichtere Auswirkungen von Prüfungsangst in den Griff zu bekommen, sollten Studierende erst einmal sich selbst beobachten, sagt Prof. Lydia Fehm von der Humboldt-Universität zu Berlin. "Wer zum Beispiel kaum noch schlafen kann oder angespannte Muskeln hat, kann Entspannungstechniken üben oder sich aktiv beim Sport abreagieren", erklärt Fehm, die auch Autorin eines Ratgebers zum Thema Prüfungsangst ist. Auch Aufschieberitis kann ein Zeichen von Prüfungsangst sein. Studenten, die das Lernen vermeiden, weil sie schon beim Aufschlagen des Buchs befürchten, die Prüfung ohnehin nicht zu schaffen, können Lernpläne helfen. "So teilt man den Lernberg in überschaubarere Häufchen auf", sagt Fehm.

Psychologin Wuttke betont, wie wichtig es ist, die Situation realistisch einzuschätzen. Studenten sollten sich fragen: Kann ich den Stoff, und mache ich mir unnötig Sorgen? Oder habe ich wirklich viel zu wenig gelernt? "Erfolgskontrolle ist das A und O. Wenn ich etwas lerne, muss ich es wiedergeben können. Das kann man üben - und das gibt einem in der Prüfung Sicherheit", sagt sie.

Professionelle Hilfe suchen, wenn nichts mehr geht

Das geht recht unkompliziert: Studenten sollen sich Fragen ausdenken, die zu dem Prüfungsstoff gestellt werden können. Die schreiben sie dann auf Karteikarten - mit der jeweiligen Antwort auf der Rückseite. Sie rät im zweiten Schritt außerdem zu Lerngruppen, in denen sich die Studenten gegenseitig abfragen.

Was aber, wenn man alleine nicht fertig wird mit dem Druck? Gisela Betz-Klöpfer ist Oberärztin und arbeitet zum Thema. Sie ist in der Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen beschäftigt. Sie sagt: "Wenn man sich sehr unfähig fühlt und nicht weiß, wie man die anstehende Prüfung bewältigen soll und das auch nicht mit Hilfe von Freunden oder einer Lerngruppe schafft, sollte man sich professionelle Hilfe suchen."

Den inneren Kritiker kontrollieren

Der erste Anlaufpunkt solle dann die Psychologische Beratungsstelle der Universität sein. Bei einigen Studenten habe die Panik vor der Prüfung ganz andere Ursachen als die Prüfung selbst: "Meiner Erfahrung nach handelt es sich bei extremer Prüfungsangst häufig auch um eine Art Schwellenangst: Es ist die unbewusste Angst vor einem neuen Lebensabschnitt und der damit einhergehenden Veränderung, wirklich Verantwortung übernehmen zu müssen und erwachsen zu werden."

Wichtig sei, seine inneren Kritiker unter Kontrolle zu bekommen, sagt Psychologin Wuttke. "Es zeugt von einem sehr unschönen Umgang mit sich selbst, wenn man vorwurfsvoll mit sich umgeht und innerlich selbst beschimpft, dass man die Antwort nicht weiß."

Eine Note entscheidet nicht über das weitere Leben

Gisela Betz-Klöpfer rät außerdem zu Realismus. Es helfe, sich klarzumachen, dass bei den meisten Studiengängen nicht diese eine Note über das weitere Leben entscheide. "Im Großen und Ganzen bewähren wir uns ja später im Beruf - das entscheidet dann über die Karriere, nicht die Note."

dpa/tmn

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