+
Die heimliche Aufzeichnung von Personalgesprächen ist für alle Beteiligten verboten. Die Folge kann für den Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung sein. Das zeigt ein Urteil aus Hessen. Foto: Arne Dedert/dpa

Gerichtsurteil

Mitarbeiter darf Personalgespräch nicht heimlich aufzeichnen

Personalgespräche dürfen ohne Wissen und Zustimmung aller Anwesenden nicht aufgezeichnet werden. Die Aufnahme verletzt die Persönlichkeitsrechte der Gesprächsteilnehmer. Missachten Arbeitnehmer dieses Verbot, droht die fristlose Kündigung.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Heimliche Tonaufnahmen bei einem Personalgespräch sind verboten - und zwar für alle Beteiligten. Hält sich ein Arbeitnehmer nicht daran, kann das sogar zu einer fristlosen Kündigung führen.

Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Hessen (Az.: 6 Sa 137/17) hervor, auf das der Rechtsschutz des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hinweist. Der Kläger in dem Fall war der gekündigte Mitarbeiter. In einer E-Mail hatte er Kollegen beleidigt, unter anderem mit der Bezeichnung "fauler Mistkäfer". Dafür gab es eine Abmahnung und eine Einladung zu einem Personalgespräch. Neben dem Geschäftsführer war dabei auch der Betriebsrat anwesend. Der Mitarbeiter zeichnete das Gespräch mit seinem Handy heimlich auf. Als der Arbeitgeber einige Monate später davon erfuhr, kündigte er ihm fristlos.

Damit war er im Recht, entschied das Gericht: Mit der Aufnahme habe der Kläger die Persönlichkeitsrechte der Gesprächsteilnehmer verletzt. Der Arbeitnehmer habe nach eigenen Angaben zwar nicht gewusst, dass die Aufnahme verboten war. Die Heimlichkeit sei aber nicht zu rechtfertigen und die fristlose Kündigung deshalb zulässig - auch weil das Verhältnis zum Arbeitgeber durch die beleidigende E-Mail schon belastet war.

Mitteilung des LAG Hessen zum Urteil

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Krankschreibung: Zählt das Wochenende bei der Drei-Tage-Frist tatsächlich dazu?
Wer krank wird, der muss in der Regel nach drei Tagen ein Attest beim Arbeitgeber vorlegen. Doch zählt das Wochenende eigentlich bei der Fristberechnung dazu?
Krankschreibung: Zählt das Wochenende bei der Drei-Tage-Frist tatsächlich dazu?
Duden-Quiz, Folge 3: Diese Wörter schreiben fast alle falsch - Sie etwa auch?
Kaum eine E-Mail kommt ohne Rechtschreibfehler daher - und das trotz entsprechender Programme. Wie steht es um Ihre Rechtschreib-Kenntnisse? Machen Sie den Test!
Duden-Quiz, Folge 3: Diese Wörter schreiben fast alle falsch - Sie etwa auch?
Für einen gesunden Rücken im Job sorgen
Immer wieder die gleiche Tätigkeit, stets die gleiche Körperhaltung: Wer damit in seinem Berufsalltag konfrontiert ist, sollte auf seine Rückengesundheit achten. Wie …
Für einen gesunden Rücken im Job sorgen
Dieser Irrglaube von Studenten schmälert die Chancen bei der Bewerbung
Nach einem erfolgreichen Studium winkt ein guter Job - oder etwa doch nicht? Ein Personalexperte verrät, welchem fatalen Irrtum Studenten immer wieder erliegen.
Dieser Irrglaube von Studenten schmälert die Chancen bei der Bewerbung

Kommentare