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Lästereien, Schikanen, Ausgrenzung: Gegen Mobbing am Arbeitsplatz können Sie sich wehren.

Ärger mit den Kollegen

Mobbing am Arbeitsplatz: So wehren Sie sich gegen Schikanen

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Lästern, ausgrenzen, schikanieren: Mobbing am Arbeitsplatz macht psychisch und körperlich krank. Wie Sie gegen fiese Kollegen vorgehen - und was nichts bringt.

Im Job läuft nicht immer alles harmonisch ab, der Arbeitsalltag bietet viel Platz für Reibereien - sei es mit dem Chef oder den Kollegen. Die meisten Konflikte lassen sich mit einer guten Kommunikation schnell aus der Welt schaffen.

Nicht selten arten Streitereien jedoch in Mobbing aus: Mitarbeiter schikanieren ihre verhassten Kollegen, lästern hinter ihrem Rücken und grenzen sie aus. Das Ziel ist oft, sie aus der Firma zu vertreiben. Doch wie wehren sich Betroffene gegen fiese Mobbing-Attacken?

Mobbing: Ignorieren und freundlich sein bringt nichts

Eines steht fest: Betroffene dürfen sich auf keinen Fall in die Opferrolle hineindrängen lassen. Das rät der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. auf seiner Internetseite arbeitsschutzgesetz.org. Die Täter und ihr Verhalten zu ignorieren bringt nichts, denn diese lassen sich davon nicht abhalten. Ganz im Gegenteil: Oft werden die Lästerattacken dadurch sogar noch mehr. Auch freundlich sein bringt nichts, wenn Sie einmal im Fokus der Mobber stehen. Arbeitsschutz-Experten empfehlen deshalb:

Analysieren Sie die eigene Situation

Stellen Sie sich zunächst diese Fragen:

  • Warum sind die Mobber Ihnen gegenüber so aggressiv?
  • Welches Verhalten provoziert Ihre Kollegen, Sie zu mobben?
  • Fühlen sich Ihre Kollegen bedroht und verteidigen sich deshalb auf diese Weise?
  • Zielen die Mobber gar nicht auf Sie als Person ab, sondern stört sie Ihre Beziehung zum Chef oder zu anderen?
    Durch dieses Vorgehen schätzen Sie die Situation klarer ein.

Suchen Sie die direkte Aussprache mit Ihrem Peiniger

Als nächsten Schritt müssen Sie die mobbenden Kollegen klar mit der Situation konfrontieren. Sprechen Sie den Täter in einem Gespräch unter vier Augen direkt auf sein Mobbing an, bleiben Sie dabei aber stets sachlich: Warum schikanierst du mich? Warum lästerst du hinter meinem Rücken?

Die Täter sind dadurch oft schon so verblüfft, dass sie von ihrem Mobbing-Opfer ablassen. Sie spüren, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat und dass Sie nicht klein beigeben.

Holen Sie sich Hilfe bei Partner, Freunden, Familie

Hilft die direkte Aussprache nicht, suchen Sie sich Verbündete. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Freunden oder Ihrer Familie über die Situation. Alleine das hilft Ihnen schon oft, die Situation klarer zu sehen. Vielleicht hat der ein oder andere Ihrer Bekannten schon einmal dasselbe erlebt und hat hilfreiche Tipps für Sie? Auch die Telefonseelsorge oder Selbsthilfegruppen in Ihrem Ort bieten Unterstützung in Ihrer Situation an.

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber über Mobbing am Arbeitsplatz

Laut Arbeitsschutzgesetz müssen Unternehmen gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorgehen, sonst verletzen Sie ihre Fürsorgepflicht. Wird ihnen ein Fall von Mobbing gemeldet, müssen Sie also der Sache nachgehen und entsprechend sanktionieren - notfalls mit Hilfe von externen Beratern. Scheuen Sie sich also nicht davor, mit Ihrem Problem zum Chef oder zur Personalabteilung zu gehen, bevor Sie das Mobben krank macht.

Gratis E-Book zum Thema Mobbing: Viele weitere Informationen zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz finden Sie im gleichnamigen E-Book, das Sie gratis auf arbeitsschutzgesetz.org herunterladen können.

Von Andrea Stettner

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