Eine mündliche Kündigung ist schnell ausgesprochen. Aber ist sie auch arbeitsrechtlich wirksam?
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Eine mündliche Kündigung ist schnell ausgesprochen. Aber ist sie auch arbeitsrechtlich wirksam?

Arbeitsrecht

„Sie sind gefeuert!“ Was passiert nach einer mündlichen Kündigung?

  • Andrea Stettner
    vonAndrea Stettner
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Wenn Mitarbeitern ein grober Fehler unterläuft, platz dem Chef schon mal der Kragen. Eine mündliche Kündigung ist schnell passiert - doch ist sie überhaupt wirksam?

Durch bestimmte Verhaltensweisen riskieren Mitarbeiter eine Kündigung* vom Chef. Wer etwa ständig zu spät kommt, die Anweisungen des Chefs schlichtweg ignoriert oder unentschuldigt fehlt, den kann der Vorgesetzte nach einer Abmahnung bereits entlassen. Doch was passiert, wenn dem Chef die Kündigung im Streit herausplatzt? Reicht ein einfaches „Sie sind gefeuert!“, damit Arbeitnehmer ihren Schreibtisch räumen müssen?

Mündliche Kündigungen vom Arbeitgeber sind unwirksam

Egal, ob es Ihrem Arbeitgeber passt oder nicht: Eine mündliche Kündigung ist in der Regel unwirksam. Das Bürgerliche Gesetzbuch legt in §125 und §623 fest, dass eine Kündigung stets in schriftlicher Form erfolgen muss. Ansonsten ist sie nichtig. Auch eine Entlassung in elektronischer Form via E-Mail, Fax, WhatsApp oder SMS ist vom Gesetzgeber ausgeschlossen.

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Wie verhalte ich mich bei einer mündlichen Kündigung?

„Rutscht Ihrem Chef dennoch eines Tages die mündliche Kündigung heraus, so haben Sie als Arbeitnehmer einen Anspruch auf Weiterbeschäftigung und können dahingehend mit der Hilfe von einem Rechtsanwalt und dessen Kanzlei klagen“, empfiehlt das Rechtsportal Arbeitsrechte.de.

Doch Vorsicht: Lassen Sie sich mit der Kündigungsschutzklage gegen Ihren Arbeitgeber lieber nicht zu lange Zeit. Denn wehren Sie sich erst Monate später gegen die mündliche Kündigung, können Sie Ihren Anspruch auf Weiterbeschäftigung und das Klagerecht verlieren. Arbeitnehmer sind nämlich dazu verpflichtet, gegen eine umstrittene Kündigung in angemessener Frist vorzugehen.

„Zur Sicherheit sollte der betroffene Arbeitnehmer daher innerhalb der 3-Wochenfrist des § 4 Kündigungsschutzgesetz eine Kündigungsschutzklage vor dem für ihn zuständigen Arbeitsgericht gegenüber dem Arbeitgeber erheben“, empfiehlt etwa die Kreuztaler Rechtsanwaltskanzlei Kotz. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

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Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
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