Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten

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Carsten Rüger ist Reporter und Nachrichtensprecher beim ZDF.

Berufsalltag

Der Nachrichtensprecher: Über schräge Moderationen und Stil

"Wie arbeiten Sie denn?" - Jeder Berufstätige kann über seine Zunft eine Geschichte erzählen. Heute: drei Fragen an den Nachrichtensprecher.

Carsten Rüger (45) ist Nachrichtensprecher beim ZDF. Trump, IS-Terror oder der Zank in der Union - Rüger präsentiert alles, was aktuell ist. Über das Leben als Nachrichtensprecher:

Werden Sie manchmal traurig bei den vielen schlechten Nachrichten?

Carsten Rüger: Die Meldung von Hunderten Toten beim Hurrikan in Haiti geht einem schon nahe. Diese Zahlen kann man als Nachrichten-Moderator nicht mit Tränen in den Augen vortragen. Es sind Nachrichten. Und so traurig es ist, wir haben fast in jeder Sendung Berichte über Kriege, Anschläge, Natur-Katastrophen und damit Zahlen zu Toten und Verletzten. Ich bemühe mich, diese Zahlen neutral, sachlich und nüchtern zu vermelden. Andererseits vermeide ich es auch aus Respekt, diese Zahlen etwa mit der Leichtigkeit von Lotto-Zahlen vorzutragen.

Haben Sie sich schon peinlich versprochen?

Carsten Rüger: Versprochen nicht direkt, eher das Falsche vorgelesen. Auf dem Blatt vor mir steht der Ablauf der Sendung. Eine Meldung zum Friedens-Nobelpreis steht an. Doch auf dem Teleprompter steht auf einmal etwas anderes: "Palmen im Wind...". Ich denke, es könnte sich um die Streiks bei Air Berlin handeln. Ich lese also weiter: "Palmen im Wind, Ranfahrt" - Ranfahrt? So ein Kamera-Befehl hat doch in keiner Anmoderation was zu suchen. Spätestens jetzt knallt der Puls durch die Decke. Ich lese weiter vor: "Puh, da bläst ja richtig was." Es stellt sich heraus: Ein Fehler, es handelt sich um Notizen eines Kollegen für die Schalte zuvor zum Hurrikan auf Haiti.

Wer sucht die Anzüge aus, die Sie immer tragen?

Carsten Rüger: Die weißen Hemden, Krawatten, Anzüge - sie stammen fast alle von Svenja, unserer Stylistin. Sie weiß, welche Anzüge welcher Marke in der Regel wie angegossen passen. Ein-, zweimal im Jahr kommt sie mit einem neuen Anzug an. Wenn er passt und uns beiden gefällt, dann kommt auch dieses "Stöffchen" ins Repertoire. Welchen Anzug ich mit welcher Krawatte kombiniere - das ist meine spontane Entscheidung jeden Morgen. Da weiß Svenja, dass sie sich auf meinen Geschmack verlassen kann. Ich komme schließlich aus der Samt- und Seidenstadt Krefeld, der einstigen Krawatten-Hauptstadt.

dpa/tmn

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