Wer mit einem extrem narzisstischen Chef zusammenarbeiten muss, stößt des Öfteren an seine Grenzen.
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Wer mit einem extrem narzisstischen Chef zusammenarbeiten muss, stößt des Öfteren an seine Grenzen.

Ein Weg, sich zu schützen

Ist mein Chef ein Narzisst? Folgende Anzeichen verraten es Ihnen – Arbeitspsychologe sieht nur einen Ausweg

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Ein Arbeitspsychologe sieht nur zwei Möglichkeiten, mit einem narzisstischen Chef zusammenzuarbeiten. Fällt Ihr Boss in diese Kategorie?

Narzisstische Chefs überschätzen sich meist maßlos, interessieren sich kaum für andere und agieren rücksichtslos und kalt: Keine guten Voraussetzungen für eine schöne Zusammenarbeit. Doch woran erkennt man, dass es sich beim eigenen Vorgesetzten um einen Narzissten handelt? Leichte narzisstische Züge haben viele Menschen, doch es gibt auch die krankhaften Narzissten, mit welchen Zusammenleben und Zusammenarbeiten enorm schwierig sein kann. Folgende Wesenszüge sprechen dafür, dass Ihr Chef ein Narzisst ist:

  • Ihr Boss ist nicht kritikfähig: Wenn Sie Ihren Vorgesetzten nicht konstruktiv kritisieren können, ist das ein erster Hinweis auf eine narzisstische Persönlichkeit, wird Arbeitspsychologe Markus Dobler vom Business Insider zitiert. Narzissten würden sofort um sich schießen, wenn sie kritisiert werden.
  • Ihr Chef gibt nicht zu, wenn er oder sie einen Fehler gemacht hat: Fehler einzugestehen würde das fragile Selbstwertgefühl eines Narzissten schwer in Mitleidenschaft ziehen, so Dobler: „Deswegen kann es gar nicht sein, dass ich als Narzisst einen Fehler mache. Es sind immer die anderen. In der Psychologie nennt man das ‚Externalisierung‘.“
  • Ihr Vorgesetzter ist ein Selbstdarsteller: Laut Dobler gelangen so viele Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung in Führungspositionen, weil sie sehr charismatisch sein können. „Wenn es mir gelingt, mein eigenes Selbstwertgefühl künstlich aufzupeppen, dann bin ich der Regel auch in der Lage, mich gut zu verkaufen“, wird Dobler weiter vom Business Insider zitiert. Narzissten könnten außerordentlich charmant, freundlich und zugewandt erscheinen, allerdings trügt der Schein. Im Grunde stecke bei Narzissten Berechnung hinter solchem Verhalten.
  • Bedürfnisse anderer werden von narzisstischen Chefs ignoriert: Narzissten tun sich schwer damit, sich in andere hineinzuversetzen. Auch in der Geschäftswelt kann das fatale Folgen haben. So „führen“ narzisstische Chefs laut Dobler meist nicht, sondern sie „managen“: „Sie verschieben Ressourcen, ähnlich wie Schachfiguren. Und da werden auch gerne Bauernopfer gemacht“, so Dobler.

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Umgang mit narzisstischen Chefs: „Sie schleimen rum, oder Sie halten Abstand und verlassen das Unternehmen“

Wer seinen Chef in oben genannten Verhaltensweisen und Wesenszügen wiedererkennt, könnte es mit einem extremen Narzissten zu tun haben. In einem solchen Fall sieht Markus Dobler, der das Buch „Umgang mit unfähigen und schwierigen Chefs“ geschrieben hat, nur zwei Möglichkeiten. Entweder Sie schmeicheln Ihrem Chef unentwegt und machen so die Zusammenarbeit erträglich. Oder Sie verlassen das Unternehmen. „Sie schleimen rum, oder Sie halten Abstand und verlassen das Unternehmen. Oder Sie opponieren und zeigen der Führungskraft, was für eine Pfeife sie ist. Dann dauert es normalerweise nicht lange, bis Sie trotzdem gehen. Aber nicht freiwillig“, so Dobler: „Der beste Rat, den ich geben kann: Suchen Sie so schnell wie möglich das Weite!“ (jg)

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Eigenschaft Nr. 1 - Authentizität: Je authentischer Sie von anderen wahrgenommen werden, desto sympathischer wirken Sie. Sie müssen sich also nicht verstellen - geben Sie sich einfach so, wie Sie sind und bleiben Sie gelassen.
Eigenschaft Nr. 2 - Ehrlichkeit: Wenn Sie anderen gegenüber ehrlich sind, können Sie andere besser einschätzen. Das ganze ist auch die Basis für den nächsten Punkt...
Eigenschaft Nr. 3 - Vertrauenswürdigkeit: Je mehr wir einem Menschen vertrauen, um so netter finden wir ihn auch.
Eigenschaft Nr. 4 - Kritikfähigkeit: Wer bei der kleinsten Kritik sofort ausflippt, stellt sich nicht gut mit Chefs und Kollegen. Andersherum wirken Sie gleich viel sympathischer, wenn Sie Kritik an Ihrer Arbeit gelassen annehmen. Dasselbe gilt auch für von Ihnen geäußerste Kritik: Diese sollte immer sachlich auf die Arbeit, nicht auf die Person abzielen. "Sie Depp!" kommt also nicht gut an.
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