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Meetings von der Strandliege aus? Für Netflix-Mitarbeiter Alltag.

Work-Life-Balance

Netflix & Co. machen's vor: Urlaub, so viel Sie wollen!

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Es hört sich fast schon zu gut an, um wahr zu sein: In immer mehr US-amerikanischen Unternehmen dürfen Arbeitnehmer so viel Urlaub nehmen, wie sie wollen. Doch diese selbstbestimmte (Frei-)Zeit hat auch seine Tücken.

Stellen Sie sich vor, Sie bestimmen wann, wo und wieviel Sie arbeiten. Die Geburtstagsparty Ihrer Tante, das Klavierkonzert der Tochter oder das wichtige Fußballspiel des Sohnes – all diese Ereignisse werden Sie nicht mehr verpassen. Sie dürfen sich sooft frei nehmen, wie Sie wollen.

Urlaub unbegrenzt, keine festen Arbeitszeiten

Was sich für die meisten Arbeitnehmer nach ferner Zukunftsmusik anhört, ist laut der Online-Jobbörse Monster.de für die 900 Mitarbeiter des US-amerikanischen Online-Filmverleihers Netflix bereits Realität. Die Firmenpolitik: Du bestimmst selbst, wie dein Arbeitstag aussieht und wann du kommst oder gehst – solange du die von dir geforderte Leistung erbringst.

Zu schön, um wahr zu sein

Auch in Deutschland wäre dieses innovative Arbeitsmodell sehr verlockend, wie Dr. Sascha Armutat, Leiter der Forschung in der deutschen Gesellschaft für Personalführung bestätigt. „Unbegrenzter Urlaub hat mit zielorientiertem Führen zu tun. Ebenso Vertrauensarbeitszeit und die gibt es in Deutschland häufig.“ Doch der Preis für so viel Freiheit ist hoch. Viele der Netflix-Mitarbeiter müssen ständig erreichbar sein. Doch genau das sieht Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen kritisch: „In der Freizeit sollte Funkstille herrschen“, betont sie angesichts steigender psychischer Belastung von Arbeitnehmern.

Stress durch zu viel Handlungsfreiheit?

Viele Berufstätige, die im Home-Office arbeiten, können sich bereits ihre Arbeitszeit einteilen.

Für solch eine lockere Unternehmensstruktur kämen laut Armutat allerdings eh nur kreative Berufe infrage oder zumindest Arbeitnehmer, die von zuhause aus arbeiten können. Doch schnell läuft man Gefahr, sich zu überarbeiten und am Ende sogar Urlaubstage verfallen zu lassen, wenn sich die Akten auf dem Bürotisch wieder einmal stapeln. Work-Life-Balance sieht sicherlich anders aus. Schließlich bedeutet das letztlich auch: Die Mitarbeiter müssen sich und ihre Handlungen rund um die Uhr für sich selbst verantworten, im Privatleben wie auch im Job.

Von Jasmin Pospiech

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