+
Kurze Pause zwischendurch: Nach jeder Stunde Arbeit gönnen Arbeitnehmer sich am besten fünf Minuten Erholung. Foto: Monique Wuestenhagen

Öfter mal Pause machen - Lange Arbeitstage meistern

Regensburg (dpa/tmn) - Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer arbeitet regelmäßig länger als vertraglich vereinbart. Um das zu durchzuhalten, ist es wichtig, von Zeit zu Zeit innezuhalten. Richtig Pause machen - so funktioniert es.

Überstunden sind für viele an der Tagesordnung: Mehr als jeder zweite Beschäftigte (59 Prozent) arbeitet regelmäßig länger als vertraglich vereinbart, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund ermittelt hat. Dazu macht mancher nicht einmal richtig Pause. "Wer was auf sich hält, arbeitet durch" - so laute die Devise in vielen Firmen, sagt der Diplom-Psychologe Karl Kubowitsch aus Regensburg. Doch um effizient zu arbeiten, sind regelmäßige Auszeiten ein Muss. Die gesetzlich vorgegebenen Pausen seien dabei als Minimum zu verstehen, erklärt Kubowitsch. Er empfiehlt, mittags eine Pause von einer halben Stunde zu machen, vor- und nachmittags eine Auszeit von fünfzehn Minuten und dazu eine Kurzentspannung von fünf Minuten nach jeder vollen Stunde.

Mancher denkt nun: Wer so viele Pausen macht, hat ja kaum noch Zeit zum arbeiten. Studien zeigten jedoch, dass Mitarbeiter, die sich an diese Zeiten halten, im Ergebnis genauso produktiv sind wie jene, die nur eine halbe Stunde Mittagspause machen, erläutert Kubowitsch. Um aus der Pause möglichst viel herauszuholen, gehen Mitarbeiter am besten so vor:

Mittagspause: Der größte Fehler ist, in der Mittagspause verdeckt weiterzuarbeiten, erklärt Kubowitsch. Beim Essen die Probleme vom Vormittag mit den Kollegen durchzugehen, trage kaum dazu bei, das Stresslevel zu senken. Dazu kommt: Am besten wählen Mitarbeiter eine Tätigkeit, die im Gegensatz zur Arbeit steht. Wer im lauten Großraumbüro sitzt, genießt es mittags vielleicht, 30 Minuten seine Ruhe zu haben. Wer den ganzen Vormittag am Bürostuhl klebt, sollte sich bewegen. Ein Bauarbeiter muss dagegen in der Mittagspause keinen Spaziergang machen - er kann guten Gewissens die Füße hochlegen.

15-Minuten-Pause vor- und nachmittags: Nach Möglichkeit verlassen Arbeitnehmer am besten kurz ihren Arbeitsplatz. Sonst kreisen die Gedanken häufig auch in der Pause um die Arbeit. Wer kann, sollte frische Luft schnappen. Das erhöht die Konzentrationsfähigkeit.

5-Minuten-Pause: Die ersten 2,5 Minuten nutzen Mitarbeiter am besten dazu, kurz herunterzufahren. "Man kann sich in Gedanken an einen Ort begeben, der einen entspannt", sagt Kubowitsch. Wem dazu die Fantasie fehlt, kann entsprechende Seiten im Netz nutzen. Unter donothingfor2minutes.com zum Beispiel gibt es ein Bild von einem Sonnenuntergang am Meer - Meeresrauschen inklusive. Die restliche Zeit nutzen Arbeitnehmer am besten, um sich kurz zu strecken. Dann geht es mit der Arbeit weiter.

Do nothing for two minutes

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

McDonald's-Mitarbeiter packen aus: Horror-Geschichten mit Kunden
Mitarbeiter von McDonald's bedienen täglich hunderte Menschen. Einige Angestellte der Fast-Food-Kette verraten, welche Horror-Geschichten ihnen passiert sind.
McDonald's-Mitarbeiter packen aus: Horror-Geschichten mit Kunden
Zu Unrecht auf der Förderschule
Ein heute 21-Jähriger musste seine Schulzeit an einer Förderschule für geistige Behinderung verbringen - obwohl es Indizien gab, dass er dort komplett unterfordert war. …
Zu Unrecht auf der Förderschule
Dienstreisen: Wann zählt die Anreise zur Arbeitszeit?
Nach Dienstreisen ist die Verwirrung bei Mitarbeitern meist groß: Welche Zeiten kann ich als Arbeitszeit abrechnen- und welche nicht? Ein Anwältin klärt auf.
Dienstreisen: Wann zählt die Anreise zur Arbeitszeit?
Die meisten Erwachsenen leben von ihrer Arbeit
Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Mehrzahl der Deutschen von ihrem beruflichen Einkommen leben können - 9 Prozent mehr als noch im Jahr …
Die meisten Erwachsenen leben von ihrer Arbeit

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.