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Ich lerne viel von euch Schülern

Besuch der Paralympics-Goldmedaillengewinnerin Verena Bentele bei der 8G der Mittelschule Lehrer-Wirth-Straße München

Jugendlichen Mut machen, ihre Träume zu leben, auch wenn das soziale Umfeld nicht gerade rosig ist. Das ist das Ziel des Sportvereins (SV) Zukunft, der seit 2007 besteht. Dort engagieren sich viele aktuelle und ehemalige Leistungssportler wie die Skiläuferin Michaela Gerg, Bob-Olympiasieger Christoph Langen oder Eishockey- Legende Erich Kühnhackl. Sie besuchen Schulklassen, berichten dort aus ihrem Leben, geben Tipps und manchmal stehen auch kleine Trainingseinheiten für die ganze Klasse auf dem Programm. Die 8G der Mittelschule an der Lehrer-Wirth-Straße hatte Verena Bentele zu Gast. Die blinde Biathletin und Paralympics-Goldmedaillengewinnerin zeigte den Jugendlichen, wie sie ihren Alltag bewältigt: Indem sie sich vor allem auf ihr Gehör verlässt. Wie das geht, konnte die Klasse gleich selbst ausprobieren. Im Gespräch beeindruckte die 31-Jährige vor allem mit ihrer offenen Art.

Wie kamen Sie zum Biathlon? 

Als ich zehn Jahre alt war, besuchte ich in der Blindenschule einen Skikurs. Ich fand den Sport ganz toll und landete zuerst beim Langlauf, dann beim Biathlon. Ich liebe es, an der frischen Luft im Schnee zu sein und ich mag die Geschwindigkeit.

Ist es schwer, sich im Alltag zurechtzufinden? 

Ich bin ja daran gewöhnt, nutze meinen Blindenstock, fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Beim Einkaufen bekomme ich Hilfe. Auf meinem Handy ist ein Sprachprogramm. Und wenn es ums Kleidereinkaufen geht, beraten mich meine Freundinnen.

Bekommen Sie Unterstützung von Ihrer Familie?

Meine Eltern haben mich seit meiner Kindheit immer zum Radeln oder Skifahren mitgenommen, zu Wettkämpfen und zum Training begleitet. Heute zähle ich auf ihren Rat. Sie haben immer ein offenes Ohr für mich.

Seit wann sind Sie beim SV Zukunft? 

Eine gute Freundin erzählte mir davon. Seit zwei Jahren bin ich dabei und lerne viel von euch Schülern.

Wie lernen Sie neue Leute kennen? 

Über das Gespräch. Gutaussehende Jungs kann ich ja nicht sehen. Schwierig wird es für mich, wenn es in einem Raum laut und voll ist. Dann nehme nur Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung wahr.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihre Behinderung? 

Fragt euch selbst, wie war eure Reaktion, als ihr mich gesehen habt? So geht es wohl den meisten Menschen, denke ich.

KLASSE 8G DER MITTELSCHULE, AN DER LEHRER-WIRTH-STRASSE

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