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Pflegebonus 2022 – wer erhält den Bonus und in welcher Höhe? Gesetzentwurf verrät es

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Von: Anne Hund

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Pflegekraft am Bett eines Patienten. In der Altenpflege winkt 2022 ein Pflegebonus für den Einsatz in der Corona-Krise.
Der Pflegebonus soll die erschwerten Arbeitsbedingungen in der Corona-Krise würdigen. Was die konkreten Pläne betrifft, gibt es zum Teil deutliche Kritik. © Sebastian Gollnow/dpa

Intensivpfleger und andere Pflegekräfte sollen in der Corona-Krise eine weitere Bonuszahlung bekommen – in sehr unterschiedlicher Höhe. Was zum Pflegebonus bislang geplant ist.

Wie sehen die konkreten Pläne der Bundesregierung für den neuen Pflegebonus aus? Wie die Deutsche Presse Presse-Agentur (dpa) am 17. März berichtete, sollen nach einer jetzt bekannt gewordenen Fassung des Gesetzentwurfes Intensivpflegekräfte in besonders von Corona belasteten Krankenhäusern eine Prämie von 2.500 Euro erhalten. Pflegefachkräfte „in der unmittelbaren Patientenversorgung auf bettenführenden Stationen“ in diesen Kliniken sollen demnach 1.700 Euro bekommen. Vollzeitbeschäftigte in der Langzeitpflege können dpa zufolge demgegenüber mit 550 Euro rechnen, andere Beschäftigte in der Pflege je nach Tätigkeit mit bis zu 370 Euro. Der Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums, der das Datum 10. März trage, liege der Deutschen Presse-Agentur vor.

Insgesamt habe die Bundesregierung eine Milliarde Euro für den Pflegebonus vorgesehen, heißt es unter anderem in dem dpa-Bericht. „Konkret sollen die Kliniken den Bonus auszahlen, in denen im Jahr 2021 mehr als zehn Covid-Fälle mit künstlicher Beatmung behandelt wurden“, schrieb die Nachrichtenagentur zudem.

Gesetzentwurf des Bundes für Pflegebonus 2022 in der Kritik

An dem Gesetzentwurf des Bundes für den Pflegebonus gibt es zum Teil deutliche Kritik. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nannte den Entwurf unzureichend, wie es in dem Bericht der dpa unter anderem heißt. „Die Ampel-Koalition enttäuscht mit ihren Plänen viele Beschäftigte im Gesundheitswesen, die einen angemessenen Pflegebonus längst verdient hätten“, habe er der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Die „Diskriminierung“ von Beschäftigten in der Langzeitpflege sei nicht nachvollziehbar – auch diese hätten in der Corona-Pandemie Herausragendes geleistet und Erkrankungsrisiken in Kauf genommen. Darüber hinaus kritisierte Holetschek dpa zufolge, dass Pflegekräfte in Kliniken, die das Kriterium einer Mindestzahl von Covid-19-Beatmungsfällen nicht erfüllten, vom Bonus zu Unrecht ausgeschlossen würden, „obwohl die Beschäftigten dort ebenfalls Covid-19-Patienten unter Isolationsbedingungen versorgt haben“. Und auch weitere Beschäftigte außerhalb der unmittelbaren Pflege am Bett in Krankenhäusern seien von diesen Mehrbelastungen in gleicher Weise betroffen gewesen.

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Wer bekommt den Pflegebonus?

In Pflegeeinrichtungen sollen Vollzeitbeschäftigte dem Gesetzentwurf zufolge 550 Euro bekommen, heißt es in dem Bericht der dpa vom 17. März unter anderem. 370 Euro seien demnach vorgesehen „für andere Beschäftigte, die in einem Umfang von mindestens 25 Prozent ihrer Arbeitszeit gemeinsam mit Pflegebedürftigen tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig sind“. Alle „übrigen Beschäftigten“ sollen 190 Euro Bonus erhalten, wie dpa anlässlich des Entwurfs weiter berichtete. Bereits im Februar hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Eckpunkte dafür vorgestellt. Patientenschützer hatten die Pläne in der Folge kritisiert. Die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro reichten nicht aus, kritisierte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi BR.de zufolge zudem bereits im Februar.

Regelung zum steuerfreien Corona-Bonus bis 1.500 Euro läuft bald aus

Für viele Beschäftigte in anderen Branchen, die derweil auf einen vom Arbeitgeber freiwillig gewährten steuerfreien Corona-Bonus von bis zu 1.500 Euro hoffen durften, läuft eine entsprechende Regelung Ende März nun aus. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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