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Wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist, kann die Probezeit auch schon beginnen. Doch in den ersten Monaten herrscht oft Unsicherheit - auch "dank" weitverbreiteter Irrtümer.

Arbeitsrecht

Probezeit: Drei Irrtümer, die immer noch kursieren

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Über die Probezeit kursieren viele Gerüchte, welche Jobwechsler oft verunsichern. Welche Probezeit-Mythen schlicht falsch sind, erfahren Sie hier.

Neuer Chef, neue Aufgaben, neue Kollegen: Wer seinen Job wechselt, erlebt in der Probezeit oft nervenaufreibende erste Wochen. Erst recht, wenn einen Ängste und Sorgen darüber plagen, ob man die Probezeit wohl besteht. Oft tragen auch Gerüchte dazu bei, dass bei Neulingen die Verunsicherung groß ist. Wir zeigen, welche oft bemühten Mythen schlicht falsch sind.

Irrtum 1: Die gesetzliche Probezeit dauert immer sechs Monate

Wer einen neuen Job antritt, der muss in den allermeisten Fällen zuerst eine Probezeit durchlaufen - auch wenn diese gesetzlich gar nicht vorgeschrieben ist (außer in einem Fall, den Sie hier nachlesen können). Die Probezeit sollte aber auf jeden Fall vertraglich festgehalten werden, ansonsten ist sie hinfällig. 

In vielen Köpfen kursiert jedoch das Gerücht, dass die Probezeit immer sechs Monate beträgt - doch das stimmt so nicht, wie die Anwaltskanzlei Ratis auf ihrem Blog bestätigt: "Die gesetzliche Probezeit darf eine Dauer von sechs Monaten nicht überschreiten; allerdings kann im Arbeitsvertrag auch eine kürzere Probezeit als sechs Monate vereinbart werden." Doch Vorsicht: Wer eine kürzere Probezeit im Arbeitsvertrag stehen hat, dem kann die Probezeit auch nachträglich noch verlängert werden - auf bis zu sechs Monate. 

Eine längere Probezeit als sechs Monate ist hingegen wirkungslos, da nach Ablauf von sechs Monaten die gesetzlichen Mindestkündigungsfristen gelten und der allgemeine Kündigungsschutz zur Anwendung kommt.

Irrtum 2: Die Kündigungsfrist in der Probezeit beträgt immer 14 Tage

Zwar gilt in der Probezeit meist die verkürzte gesetzliche Kündigungsfrist von 14 Tagen. Dennoch können Arbeitgeber und Arbeitnehmer problemlos eine längere Kündigungsfrist vereinbaren. Eine kürzere Frist als 14 Tage ist aber nur dann erlaubt, wenn diese durch einen Tarifvertrag geregelt ist. 

Mehr zum Thema: Kündigung in der Probezeit: Was Sie jetzt wissen müssen.

Irrtum 3: In der Probezeit darf man keinen Urlaub nehmen

Viele Arbeitnehmer denken, dass sie in der Probezeit keinen Urlaub nehmen dürfen. Das ist schlicht falsch. Zwar erhalten Mitarbeiter erst nach sechs Monaten den vollen Urlaubsanspruch, doch "tritt ein Mitarbeiter erst in der zweiten Jahreshälfte ins Unternehmen ein oder scheidet er vor Ablauf der Wartezeit aus dem Arbeitsverhältnis aus, entsteht für jeden vollen Monat, in dem das Arbeitsverhältnis bestanden hat, ein Teilurlaubsanspruch von einem Zwölftel des Jahresurlaubs", heißt es auf dem Anwalts-Blog. Deshalb gewähren viele Unternehmen schon während der Probezeit Urlaub.

Lesen Sie auch: Mit dieser Taktik bestehen Sie die Probezeit.

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as

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