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Projekt KLASSE: Besuch der Europäischen Schule - Sektion Französisch im Druckhaus

Staunen zwischen Druckwalzen und Papierbergen

Wie kommen die Zeitungsartikel aufs Papier? Das Druckhaus des Münchner Merkur liefert die Antworten.

Hier schildern die Schüler aus der Klasse 5b der Europäischen Schule - Französische Sektion ihre Eindrucke vom Besuch des Druckzentrums in der Dessauerstraße.

Das Druckhaus ist sehr groß, bestimmt fast 100 Meter lang. Draußen am Eingang begrüßt uns Sabine Weisel, sie führt die Klasse heute durch den Betrieb. Drinnen riecht es nach Papier und es ist laut. Im ersten Stock machen wir bei einem der Drucktürme halt. Der ist riesig und teuer: Über 10 Millionen Euro kostet einer! Und sie haben fünf Stück davon. In einer Stunde kann ein Turm um die 40.000 Zeitungen drucken. „Das sind so viel mehr Exemplare, als mein Leben Jahre hat“, überlegt Sarah nachdenklich. Es ist atemberaubend, die vielen großen Maschinen zu sehen.

40.000 Zeitungen in einer Stunde

Die Druckwalzen drehen sich sehr schnell. Am Tag braucht man 8 Kilo schwarze Farbe, das ist die am meisten benutzte Farbe. Sie wird auf Aluminiumplatten gespritzt. Doch vorher müssen die Platten erst einmal mit einem Laser beschriftet werden. Das geschieht in einer Plattenstraße. Insgesamt vier solcher Platten braucht es, um eine Zeitungsseite herzustellen. Es gibt je eine Vorlage in blau, rot, gelb und schwarz. Nachdem die Aluminiumteile gewaschen, und getrocknet worden sind, werden oben und unten kleine Löcher ausgestanzt, damit sie an den Druckwalzen eingehängt werden können. Das macht ein Arbeiter, der Drucker. Er ist auch dafür zuständig, Farbe und Wasser beim Herstellen der Zeitung im optimalen Verhältnis zueinander auf die Walzen zu bringen. Dazu arbeiten die Männer an sogenannten Passertischen, diese stehen vor den Drucktürmen in einem langen Raum hinter Glasscheiben. Ungefähr 1000 Zeitungen braucht es, um die richtige Mischung zu finden, das geht aber in wenigen Minuten, „sooo schnell", staunt Flammetta.

Von Papiertürmen und Schlössern

Nun steht das große Papierlager zur Besichtigung an. „Die Papiertürme sehen ja aus wie die Türme eines Schlosses", findet Joseph. Hunderte von Rollen lagern hier. „In drei Wochen wird soviel Papier verbraucht, damit kann man die Erde einmal umwickeln", sagt Sabine Weisel. „Die armen Bäume!", meint Cyrano. Ein kleiner Trost für ihn: Der Münchner Merkur besteht aus Altpapier.

Viel zu sehen: Schüler der Europäischen Schule fotografieren im Druckhaus

Jetzt ist die letzte Station der Führung erreicht: Die Versandhalle. An Förderbändern hängend laufen die Zeitungen an der Decke entlang, „wie an einer Achterbahn", staunt Flavio. Werbung und die Wochenendbeilagen werden auf mächtigen Rollen aufgewickelt und kommen in den Einsteckmaschinen am Abend in die Zeitung. Für Besucher und Arbeiter gilt: Niemand darf eine Zeitung oder eine Werbung mitnehmen, das ist verboten. „Sonst könnte man früher von günstigen Angeboten oder Anzeigen, als der Zeitungsleser erfahren und das wäre ungerecht", erklärt Weisel. Jetzt spazieren alle um das Gebäude herum, zurück ins Besucherforum. Was war am schönsten? „Dass die Maschinen so riesig sind“, lacht Mikael.

Allen teilnehmenden Klassen am Medienprojekt "KLASSE" bieten wir Führungen durch unser modernes Druckzentrum in der Dessauerstraße in München. Hier finden Sie weitere Informationen zu unserer Druckhaus-Führung.

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