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Bloß keine Scheuklappen: Spezialisten sollten den Arbeitsmarkt genau im Blick haben. Ein Wechsel alle drei bis sieben Jahre ist wichtig, um nicht ins Abseits zu geraten. Foto: Matthias Hübner

Raus aus der Nerd-Falle: So kommen Experten zum Erfolg

Düsseldorf - Spezialisten sind gefragt am Arbeitsmarkt. Doch wer nicht genau ins Anforderungsprofil passt, hat es schwer. Wie tief sollte das Know-how gehen - und was muss in der Breite hinzukommen?

Die richtige Qualifikation ist für Arbeitnehmer immer ein Balanceakt. Zwar suchen Arbeitgeber ständig nach Experten. Doch die Entwicklung zu so einem Spezialisten dauert meist Jahre - während sich der Bedarf der Arbeitgeber ständig ändert. "Wer sich nicht verzetteln oder den Anschluss verlieren will, muss individuell den richtigen Mix finden", sagt Karriereberater Christoph Burger aus Stuttgart. Neun Tipps, die dabei helfen.

1. Vorteile einer Spezialisierung nicht unterschätzen

Wer sich nicht spezialisiert und viele Zusatzqualifikationen erwirbt, will sich damit häufig alle Türen offen halten. Doch damit erreichen Arbeitnehmer meist das Gegenteil, warnt Karrierberater Hans Bürkle aus Nierstein. "Arbeitnehmer ohne konkrete Spezialisierung sind in jungen Jahren viel leichter austauschbar."

2. Den Markt beobachten

Wer mit seiner Spezialisierung den Anschluss behalten will, muss neue Entwicklungen in seinem Berufsfeld im Blick haben. Dafür ist es wichtig, regelmäßig Fachmedien und Stellenanzeigen zu lesen, sagt Burger. So erkennen Arbeitnehmer rechtzeitig die für ihre Weiterbildung relevanten Trends.

3. Mit den Augen des Chefs denken

Einfach ist es nicht, Trends von kurzfristigen Hypes zu unterscheiden. Bürkle empfiehlt einen Perspektivwechsel: "Welche Bedürfnisse haben Ihre Vorgesetzten?"

4. Öfter wechseln

Wer bereits sehr spezialisiert ist, sollte nicht zu lange auf einer Position bleiben. Oft sind solche Mitarbeiter in ihrer Firma sehr wichtig und zufrieden, berichtet Burger. "Aber sie bekommen nicht mit, wie sich der Arbeitsmarkt verändert." Alle drei bis sieben Jahre sollte es eine größere Veränderung geben.

5. In der Branche bleiben

Probleme bekommen Spezialisten allerdings häufig, wenn sie die Branche wechseln wollen, erklärt Bürkle. "Ideal ist es, wenn ich ein Leben lang in der gleichen Branche bleibe." Arbeitgebern sei dieser Stallgeruch wichtig, der zeigt, dass Arbeitnehmer etwas vom Geschäft und den Kunden verstehen.

6. Erfahrungen statt Zertifikate sammeln

Manche Arbeitnehmer sammeln Fortbildungen und Abschlüsse wie Trophäen, um sich für Arbeitgeber interessanter zu machen. Doch das sei ein Trugschluss, warnt Outplacement-Expertin Cornelia Riechers aus Düsseldorf. "Wer eine gute Ausbildung hat, braucht nicht noch eine." Wichtiger sei, auf seinem Gebiet fachlich am Ball zu bleiben und Erfahrungen zu sammeln.

7. Richtig positionieren

Fachwissen auf vielen Gebieten kann sogar zum Problem werden, warnt Riechers. "Dass jemand Experte auf mehreren Gebieten ist, passt nicht in die Köpfe der Arbeitgeber." Multitalenten empfiehlt sie Mut zum Profil. Bewerber sollten sich als Experten für eine Aufgabe präsentieren.

8. Netzwerke pflegen

Kontakte und ein großes Netzwerk bieten Spezialisten zusätzliche Sicherheit, sagt Riechers. Ein Netzwerk hilft, Veränderungen früh zu erkennen. "Wenn es in einem Unternehmen nicht mehr weitergeht, hilft das Netzwerk beim Wechsel."

9. Initiativbewerbungen nutzen

Spezialisten sollten nicht auf passende Stellenanzeigen warten. "Dann habe ich jede Menge Mitbewerber", warnt Bürkle. Effektiver seien Initiativbewerbungen

Literatur: 

Hans Bürkle: Aktive Karrierestrategie. Erfolgsmanagement in eigener Sache, Springer Gabler Verlag, Wiesbaden, 320 S., 49,95 Euro, ISBN 978-3-8349-4459-7

Cornelia Riechers: So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos. Ein paradoxer Bewerbungsratgeber, Verlag Quality Outplacement, Düsseldorf, 160 S., 14,90 Euro, ISBN 978-3-0002-3892-5

Christoph Burger: Karriere ohne Schleimspur. Wie Sie Charakter zeigen und trotzdem Erfolg haben, Linde Verlag, Wien, 184 S., 19,90 Euro, ISBN 978-3-7093-0365-8

dpa/tms

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