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Wenn Vorgesetzte ihre Mitarbeiter nach Meinungen und Einschätzungen fragen, fühlen diese sich wertgeschätzt. Das kann ihre Arbeitsmoral und Leistungsbereitschaft steigern. Foto: Monique Wüstenhagen

Begeisterung wecken

Die richtigen Fragen können Mitarbeiter motivieren

In Stresssituationen kommunizieren Chefs gerne im knappen Befehlston. Das ist der falsche Weg, sagen jetzt Wissenschaftler. Vorgesetzte sollten den Mitarbeitern lieber Fragen stellen - und bei der Antwort zuhören.

Hamburg (dpa/tmn) - Die Zeit für den Abschluss des Projektes wird knapp, die zu lösende Aufgabe schwierig: In solchen Momenten neigen Führungskräfte mitunter dazu, nur kurz und knapp mit den Mitarbeitern zu reden.

Zwei Wissenschaftler aus Hamburg und Australien sagen aber: Genau das ist falsch. Denn sie brauchen in solchen Fällen motivierte, selbstständige, leistungsstarke Mitarbeiter. Offene Fragen nutzen in diesen Momenten mehr als nur Befehle, lautet die These der Forscher, die ihre Arbeit in der Fachzeitschrift "Academy of Management Review"veröffentlichen werden.

Vorgesetzte können ihre Mitarbeiter mit den richtigen Fragen also besser für die Arbeit motivieren und sogar deren Zufriedenheit im Job steigern. Die Frage sollte möglichst offen sein und dem Mitarbeiter Raum zum Antworten geben. Dieser fühlt sich dann als kompetent und wichtig wahrgenommen. Eine gute Frage lautet etwa "Wie läuft es Ihrer Meinung nach im Projekt?"

Dagegen motiviere es keinen, nur nach einem "Ja" oder "Nein" gefragt zu werden, erklärt Prof. Niels Van Quaquebeke von der Kühne Logistics University aus Hamburg. Er ist einer der beiden an der Arbeit beteiligten Forscher.

In ihrer Studie prägen die Wissenschaftler den englischen Begriff "Respectful Inquiry". Der lässt sich etwa mit "respektvolle Nachfrage" übersetzen. Ganz neu ist der Ratschlag, Mitarbeiter mit Nachfragen zu mehr Leistung zu motivieren, nicht. Aber die Forscher untermauern die Empfehlungen mit Erkenntnissen aus der Selbstbestimmungstheorie.

Diese benennt verschiedene menschliche Grundbedürfnisse, die auch im Beruf zum Tragen kommen. Dazu gehören die Wünsche, lösbare Aufgaben selbst meistern zu können, eigene Entscheidungen treffen zu dürfen und sich zugehörig zu fühlen. Wenn der Chef mit Nachfragen signalisiert, dass er seine Mitarbeiter für wichtig und kompetent hält, könne er deren Begeisterung und Engagement steigern, heißt es.

Zur "Respectful Inquiry" gehört neben der richtigen Frage auch, interessiert und zugewandt der Antwort zu lauschen. Wenn Chefs nach ihrer Frage schon weitergehen oder auf ihr Handy schauen, wirkt das auf Mitarbeiter wie Desinteresse. Im schlimmsten Fall demotiviert solches Verhalten statt - wie eigentlich gewünscht - die Leistung zu fördern.

Abstract des Artikels (engl.)

Mitteilung der Universität zur Arbeit

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