Berufseinstieg in einem Start-up: Wie gut ist das für den Lebenslauf?
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Berufseinstieg in einem Start-up: Wie gut ist das für den Lebenslauf?

"Job-Hopping"

Start-ups: Wie viele Jobwechsel schaden der Karriere?

Viele junge Menschen wechseln vor allem zu Beginn ihrer Karriere häufig den Job. Vor allem in Start-ups ist das oft der Fall. Doch schadet "Job-Hopping" der Karriere?

  • Start-ups locken mit attraktiven Einstiegsmöglichkeiten und flexiblen Arbeitszeiten.
  • Doch häufig steht schon nach kurzer Zeit ein Jobwechsel bevor.
  • Wer innerhalb kurzer Zeit viele Arbeitgeber hat, schadet möglicherweise seiner Karriere.

Start-ups bieten schnelle Aufstiegs-Chancen, flexible Arbeitszeiten und interessante Aufgabenfelder. Kein Wunder, dass sie vor allem unter jungen Menschen als attraktive Arbeitgeber gelten. Doch für die Karriere  birgt das auch Risiken. Da es sich in den meisten Fällen um junge Unternehmen handelt, kann der Arbeitsalltag schnell chaotisch und die Arbeit sehr zeitintensiv werden.

Schon nach kurzer Zeit kann es passieren, dass Berufseinsteiger merken, dass der Job doch nicht so gut zu ihnen passt oder das Unternehmen rote Zahlen schreibt. Häufig steht dann ein Jobwechsel bevor*. Kann das dem Lebenslauf schaden?

Häufiges Jobwechseln nicht gern gesehen

Vor allem junge Menschen wechseln heutzutage häufiger und schneller den Arbeitgeber, als noch vor ein paar Jahren. Eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte ergab, dass lediglich 28 Prozent der 10.000 Befragten unter 35 Jahren länger als fünf Jahre bei ihrem aktuellen Arbeitgeber bleiben wollen. Davon gaben 43 Prozent an, dass sie bereits in den nächsten zwei Jahren vor haben ihren Job zu wechseln.

Die Gründe für einen Jobwechsel sind vielfältig. Neben privaten Auslösern können auch berufliche Aspekte, wie die Suche nach neuen Herausforderungen oder ein höheres Gehalt, für eine Neuorientierung* verantwortlich sein. Doch häufige Jobwechsel können sich auch negativ auf die Karriere auswirken.

Arbeitgeber strafen Jobhopper ab

Wie eine Umfrage der Stellenbörse Indeed zeigt: Viele Unternehmen laden Bewerber seltener zum Vorstellungsgespräch ein, wenn diese viele kurze Anstellungen in ihrem Lebenslauf vorweisen. 29 Prozent der insgesamt 2.200 befragten Arbeitgeber sortierten Jobhopper sogar konsequent aus.

Ein Jahr hier, ein paar Monate dort und dann für ein halbes Jahr woanders hin - Jobhopper sind Menschen, die häufig und in kurzen Abständen ihren Arbeitgeber wechseln. Viele Vorgesetzte sehen "Jobhopping" jedoch als problematisch an. Zu groß ist die Sorge, dass der Bewerber schon nach kurzer Zeit wieder geht.

Mehr zum Thema: Unzufriedenheit im Job. Das können Sie dagegen unternehmen.

Im Video: Arbeiten oder entspannen - Was ist "Workation"?

So können Bewerber zweifelnde Personaler überzeugen

Doch der Berufseinstieg in einem Start-up kann auch Vorteile haben. "Man lernt ein Unternehmen in einer sehr kritischen Phase kennen, durchläuft viele Instanzen und kann es schnell vom Einzelkämpfer zum Head of … schaffen," erklärt die Karriereberaterin Jessica Wahl gegenüber der "Gründerszene".

Auch sammeln Berufseinsteiger durch häufige Jobwechsel* viel neues Wissen, dass sie später bei anderen Unternehmen einsetzen können. In vielen Branchen ist es zudem ganz normal, seinen Arbeitgeber öfter zu wechseln.

Vorstellungsgespräch: Begründung für den Jobwechsel wichtig 

Wer berufliche Veränderungen logisch begründet, kann damit sogar beim Personalverantwortlichen punkten. Bewerber, die bereits bei mehreren Arbeitgebern tätig waren, werden demnach von Personalern als flexibler und anpassungsfähiger eingestuft als Mitbewerber*, die nur eine Referenz vorweisen können. 

Wichtig ist es, im Vorstellungsgespräch zu erklären, aus welchen Gründen der Jobwechsel vollzogen wurde. Zweifelnde Personaler können Bewerber* auch sich selbst überzeugen lassen, indem sie ein Gespräch mit dem ehemaligen Arbeitgeber anbieten.

Zum Weiterlesen: Krankschreibung: In diesem Fall darf der Chef das Attest ablehnen

Hilfe, mein Chef ist inkompetent!

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Hat die Führungskraft mal wieder keinen Plan? Wer sich über die vermeintliche Inkompetenz des Vorgesetzten ärgert, sollte versuchen, sich in seine Lage zu versetzen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Dr. Bernd Slaghuis ist Karriere- und Business-Coach in Köln. Foto: Armin Zedler/dpa-tmn
Maxi Weiss arbeitet als Mediatorin und Coach. Foto: Myriam Schell/dpa-tmn
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lkn

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