Umstrittene Beschilderung: Das absolute Halteverbot im Einmündungsbereich des Eichholz stößt nicht überall auf Gegenliebe.   Foto: Lory

Absolutes Halteverbot sorgt für Unmut

Murnau - Seit ein paar Monaten gilt im westlichen Bereich der Straße "Am Eichholz" ein absolutes Halteverbot. Nicht alle Anwohner sind begeistert. Der Parkplatzmangel verschärfe sich dadurch, so der Tenor.

Einer der Anwohner, der lieber anonym bleiben möchte, beklagt, dass er zu bestimmten Zeiten „nicht mehr weiß, wo ich parken soll“. Auch andere Bürger bedauern, dass Stellplätze weggefallen sind.

Florian Krammer, Leiter des Murnauer Ordnungsamts, erklärt die Hintergründe der Beschilderung, die seit ein paar Monaten gilt. Man habe die Tafeln anbringen müssen, „damit parkende Fahrzeuge am oder auf dem Gehweg die Fußgänger beziehungsweise den fließenden Verkehr nicht weiter behindern“. Der Einmündungsbereich sei von „Anwohnern, welche auf ihrem Privatgrund nicht ausreichend Stellfläche haben, bis kurz vor die Straßeneinmündung beparkt“ worden, „sodass Fußgänger beim Überqueren des Eichholz“ wegen der abgestellten Fahrzeuge „gar nicht oder erst spät von anderen Autofahrern erkannt wurden“.

Diese Anwohner hätten ständig die Straßenverkehrsordnung missachtet. Im Fünfmeterbereich vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen ist es verboten zu parken. „Nachdem es sich hier auch um einen Schulweg handelt und Kinder aus Richtung Eichholz oder auch vom Lindenburgweg kommend das Eichholz“ auf dem Weg „zur Fußgängerampel queren müssen, musste von uns entsprechend gehandelt werden und der Einmündungsbereich“ auf der Nordseite mit einem „absolutem Haltverbot beschildert werden“, erklärt Krammer. Folge sei gewesen, dass die Anwohner und andere nun auf der Südseite des Eichholz teilweise wieder bis zur Einmündung in die Schwaigangerstraße/Schloßbergstraße geparkt hätten. Im Ordnungsamt seien dann zahlreiche Beschwerden von Bewohnern eingegangen. Es sei „regelmäßig wegen der geparkten Fahrzeuge zu teilweise gefährlichen Situationen zwischen Verkehrsteilnehmern gekommen“, da „aufgrund der geringeren Fahrbahnbreite ein Begegnungsverkehr, ohne auf den Gehweg zu fahren, nicht möglich war“. Und weiter: „Fahrzeuge, welche von der Schloßbergstraße in das Eichholz eingebogen waren, mussten bei Gegenverkehr wieder rückwärts in die Schloßbergstraße zurückstoßen, damit das bergabfahrende Fahrzeug die Stelle passieren und der Bergauffahrende seine Fahrt fortsetzen konnte.“ Daher sei man gezwungen gewesen, auch den Einmündungsbereich auf der Südseite durch ein absolutes Halteverbot dauerhaft freizuhalten, erläutert Krammer. Der erwähnte Anwohner kann hingegen „keine besondere Gefahrenlage“ erkennen. Ihm missfällt, dass aufgrund des Halteverbots mehrere Parkplätze wegfallen. Hier gebe es „eh schon einen Mangel“. Dies kann Thomas Köthe, der am Eichholz lebt, bestätigen. Er verweist auf den Stellplatz-Mangel an der Seidl-Schule. Bis dato konnten Eltern ins westliche Eichholz ausweichen. Mit der neuen Beschilderung entfalle diese Entlastungsfunktion, bedauert Köthe.

Die Marktgemeinde ist zwar für die Beschilderung zuständig. Doch die Fachaufsicht obliegt dem Landratsamt. An der Rechtmäßigkeit des Halteverbotes „bestehen keine Zweifel“, betont Pressesprecher Stephan Scharf. Ungeachtet dessen sei eine Ortsbegehung geplant. (roy)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare