„Aus Schulräumen werden Schulträume“

Unterhaching - Fünf Ansprachen, Musik- und Fußballvorführungen sowie Fürbitten und kirchlicher Segen, danach Führungen und Büffet: Mit einer zweistündigen Feier und etwa 300 Gästen ist die neue Grund- und Mittelschule am Unterhachinger Sportpark offiziell eingeweiht worden.

Nachdem die Musical-AG, mit bunten Rasseln ausgestattet und obenherum einheitlich in Weiß gekleidet, den Applaus für die in drei Liedern gesungene „Schulhausgeschichte“ genossen hatte, griff Rektorin Gabriela Heckenstaller zum Mikrofon. Eine Wanduhr, ockerfarben mit Zeigern und schwarzem Ziffernblatt, hatte sie mitgebracht - als Symbol für Fortschritt: „Diese Uhr“, erklärte Heckenstaller, „war einmal zeitgemäß, formschön und modern.“ Heutzutage aber hätten iPhone und Digitalanzeigen die Chronometer von einst abgelöst. Genauso sei es der alten Schule in der Fasanenstraße ergangen: „Damals war sie zeitgemäß - heute ist sie es nicht mehr.“ Die neue Schule mit ihrer Klarheit, Struktur, Perspektive und Helligkeit lasse „Raum für Entwicklung“, beispielsweise bei Berufsorientierung, Inklusion, Leistungssport oder Sozialkompetenz. „Die Schulräume sollen zu Schulträumen werden“, lautet Heckenstallers Wunsch. Dass das gelingt, hätten schon die ersten Mensa-Besucher der Schüler gezeigt: „Ihnen schmeckt das Essen doppelt so gut, obwohl es der gleiche Caterer ist.“ Nach drei Wochen im neuen Gebäude sagt die Rektorin, früherem Widerstand mit zwei Bürgerbegehren trotzend: „Wir lieben schon jetzt diese Schule!“

Das kommt insbesondere auf 21 Umzugskartons zum Ausdruck, die von den Kindern zu einer bunten Mauer zusammengefügt wurden. Eine Mauer, die Grenzen setzt? Auch. Vor allem aber sind es Bausteine mit dem Potenzial, nach oben zu wachsen. Ein kleiner Auszug aus Schülerwünschen und -eindrücken: angenehme Atmosphäre, respektvoller Umgang, Zivilcourage, fröhliche Kinder oder Versprechen wie „Wir halten alle Ordnung“. Die Botschaft, ganz klar: In dieser Umgebung macht Schule Spaß.

Dies war auch die Intention des Architekten Jürgen Krug. Er glaubt, „dass die Architektur sich zum Miterzieher entwickelt“. Auch Landrätin Johanna Rumschöttel zeigte sich angetan von dem Neubau: „Er ist so innovativ wie die Schule selbst, die als Referenzschule für Medienbildung und Leistungssport ein Profil aufweist wie keine andere Schule im Landkreis München. Als „wunderbar“ empfand Elfriede Engl von der Regierung von Oberbayern das Gebäude - es sei „eine Freude zu sehen, was aus den Plänen geworden ist“.

Die Fröhlichkeit der Kinder bei der Einweihungsfeier steckte viele Erwachsene an. SPD-Gemeinderat Peter Wöstenbrink zum Beispiel strahlte wie ein kleiner Bub, als er aus dem Werkraum kam: „Da würde ich gern mal ein Wochenende verbringen und basteln!“ Eine Schule, in der es sich lernen und leben lässt. Zeitgemäß eben.

Martin Becker

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