Benediktinergymnasium Ettal: Schulleitung ab Sommer noch offen

Ettal - Bis Ende des laufenden Schuljahres leitet Pater Maurus Kraß (52) noch das Gymnasium in Ettal. Dann hört er auf, aus gesundheitlichen Gründen. Wer ihm nachfolgen wird, steht bislang nicht fest.

Sie kommen aus Moskau, Südafrika, Norditalien, aus Spanien, Frankreich und Mexiko: Der Anteil der ausländischen Schüler am Benediktinergymnasium Ettal - sie besuchen das dortige Internat - ist im laufenden Schuljahr weiter angestiegen. „Wir sind schon ein Stück internationaler geworden“, sagt denn auch Schulleiter Pater Maurus Kraß, und wertet dies als „ein Zeichen des Vertrauens“.

Dass sich Eltern nach dem Missbrauchsskandal von der Klosterschule abwenden würden, sei nicht spürbar - „im Gegenteil“, so Pater Maurus. Auch aus der unmittelbaren Region ist nach den Worten des 52-Jährigen ein verstärkter Zulauf spürbar: „In den fünften Klassen sind es heuer 17 Kinder aus Oberammergau, außerdem haben wir dort 23 Geschwister-Kinder.“

Natürlich freut sich Kraß über diese Entwicklungen: „Wenn es von Seiten der Eltern Bedenken gäbe, würden sie uns nicht ihre Kinder anvertrauen.“ Aktuell sind es in Ettal 430 Schülerinnen und Schüler, die Klassenstärke liegt im Schnitt bei 25,4. „Damit liegen wir deutlich unter dem Landesschnitt“, weiß der Leiter des Gymnasiums. Dies ermögliche eine gezieltere Förderung und Betreuung jedes einzelnen Kindes. Auch arbeitete man, so Pater Maurus, daran, die räumlichen Voraussetzungen stetig zu verbessern: „Bei einem 100 Jahre alten Gebäude gibt es viel zu tun. Zuletzt haben wir uns der thermischen Sanierung gewidmet. Dazu zählten eine Erneuerung der Fassaden, der Einbau neuer Fenster sowie die Installation moderner Heizkörper.“ Energie wird selbst erzeugt, durch die klostereigene Hackschnitzelheizung.

Der Schulleiter von Ettal blickt nach eigenen Worten „hoffnungsvoll in die Zukunft“. Dabei beschäftigt ihn auch sein persönlicher Werdegang. Wie berichtet, wird Pater Maurus nach 15-jähriger Tätigkeit zum Schuljahres-Ende sein Amt abgeben - aus gesundheitlichen Gründen. Nach einem Hörsturz vor knapp vier Jahren hört er auf dem linken Ohr fast nichts mehr: „Mir geht es zwar soweit gut, doch durch diese Einschränkung kann ich die Aufgaben eines Schulleiters nicht mehr so erfüllen wie es sein sollte.“

Im Herbst übernimmt der gebürtige Karlsruher die Leitung des Ettaler Filialklosters in Wechselburg in Sachsen, wo derzeit sechs Mönche ihren Dienst versehen. „Der Abschied von der Schule wird mir schwer fallen“, blickt der 52-Jährige auf den Sommer voraus: „Die jungen Menschen, die man uns anvertraut hat, sind so großartig. Ich freue mich jeden Tag, hierher zu kommen. All das wird mir sicher fehlen.“

Wer ihm als Schulleiter nachfolgen wird, dazu hält sich Pater Maurus Kraß bedeckt: „Wir müssen diese Personalentscheidung, die Abt Barnabas und ein Kreis von Mitbrüdern treffen, ja vom Ministerium genehmigen lassen. Sobald wir das O.k. haben, werden wir es bekanntgeben. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Wahl treffen.“ Man wolle jemand, der einen großen benediktinischen Sensus habe.

Ludwig Hutter

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