Nahwärme liegt nahe

Schwabhausen - Energiekonzept: Für die Versorgung der Gebäude rund um die Schule Alternativen vorgestellt.

Die Tendenz geht in Richtung Nahwärme. Das lässt sich der Vorstellung des Ingenieurbüros und den Wortmeldungen im Schwabhauser Gemeinderat entnehmen, der sich jetzt die verschiedenen Möglichkeiten eines Energiekonzepts vorstellen ließ. Dabei geht es um die Wärmeversorgung für den Komplex Schulgebäude, Kinderhaus (in Planung), Turnhalle, TSV-Vereinsheim, Tennisheim, Feuerwehr und Gemeindebauhof.

Dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt sei, über eine Neukonzeption nachzudenken, machte Diplom-Ingenieurin Katrin Fischer deutlich, die dem Gremium für das beauftragte Büro Andreas Kottermair vier verschiedene Versorgungsmöglichkeiten näher brachte. Denn die meisten Heizkessel der bestehenden Gebäude stammen noch aus den 80er Jahren, sodass die Gemeinde in den nächsten Jahren ohnehin in diesem Bereich investieren müsse. Zum Teil lägen die Abgasverluste auch bereits über den gesetzlich zulässigen Grenzwerten, etwa bei der Heinrich-Loder-Halle.

Fischer erläuterte, dass aufgrund einer ungünstigen Grundwasser-Einschätzung davon auszugehen sei, dass die Nutzung von Wärmepumpen nicht möglich sein wird. Auch Sole-/Wasser-Wärmepumpen kommen wohl nicht in Frage, da hier hochgerechnet 160 Tiefenbohrungen nötig wären, um letztlich die erforderliche Leistung von mehr als 400 Kilowatt zu erreichen.

Eine weitere Möglichkeit sei eine Biomasse-Kesselanlage, die mit Hackschnitzeln bzw. Pellets (Holz, Stroh oder Miscantus) betrieben würde. Das würde allerdings eine Investition von annähernd 500 000 Euro für die Gemeinde bedeuten, rechnete die Ingenieurin vor.

Für die Gemeinde wohl am naheliegendsten ist deshalb die Abnahme von Nahwärme über eine Kraft-Wärmekoppelung. Hier wären dann keine Investitionskosten zu schultern, man würde einfach die derzeit noch nicht genutzte Abwärme einer nahen Biogasanlage nutzen. Zwei dieser Anlagen gibt es bereits auf Gemeindegebiet, eine dritte ist in Planung.

Eine Entscheidung musste der Gemeinderat noch nicht fällen. Zudem soll zunächst die energetische Sanierung der bestehenden Gebäude durchgeplant werden. Da dadurch zwangsläufig in der Folge weniger Energie verbraucht wird, hätte das auch einen Einfluss auf die vorzuhaltende Leistung für den Gebäudekomplex, sprich: auf die Dimensionierung der Anlage. (tor)

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