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So sparen Sie als Geringverdiener Steuern

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Von: Janine Napirca

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Wer zählt eigentlich zu den Geringverdienern? Wie Sie Steuern sparen können, lesen Sie hier.

Einem Bericht der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH) zufolge gehören alle Auszubildenden, die maximal 325 Euro im Monat verdienen, zu den Geringverdienern. Ebenso wie Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr, freiwilliges ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst machen. Für diese Gruppen trägt der Arbeitgeber den gesamten Sozialversicherungsbeitrag alleine.

Doch gemeinsprachlich werden auch geringfügig Angestellte oder Beschäftigte mit Niedriglohn als Geringverdiener bezeichnet. Laut Definition der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gelten all diejenigen als Geringverdiener, die weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten erhalten.

Menschen im Büro
Was verstehen Sie unter dem Begriff „Geringverdiener“? © Clique Images/Imago

So können Sie als Geringverdiener Steuern sparen

  1. Einkommensteuer und Beiträge sparen: Die meisten kennen das Prinzip Minijob: Bis zu 450 Euro im Monat kann jeder steuerfrei verdienen. Die nächste Stufe ist der Midijob. Mit diesem können Sie im Übergangsbereich (früher Gleitzone) bis zu 1.300 Euro im Monat einnehmen und profitieren von reduzierten Sozialversicherungsbeiträgen. Ihr Gehalt wird zwar nach Lohnsteuerkarte versteuert, doch für die Lohnsteuerklassen III (3) bis IV (4) ist gar keine Lohnsteuer fällig, für Steuerklasse I (1), II (2) und IV (4) entfällt zumindest der Solidaritätszuschlag, und nur für die Klassen V (5) und VI (6) müssen Sie als Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerin immer Lohnsteuern zahlen.
  2. Solidaritätszuschlag sparen: Als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin mussten Sie viele Jahre neben Lohnsteuer und Kirchensteuer auch Solidaritätszuschlag zahlen, und zwar monatlich 5,5 Prozent Ihrer Lohn- und Einkommensteuer. Doch 2021 wurde der Solidaritätszuschlag von der Bundesregierung für knapp 90 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen abgeschafft. Den Soli zahlen jetzt nur noch Gutverdienerinnen und Gutverdiener ab einer Lohnsteuer von rund 17.000 Euro im Jahr.
  3. Splittingtarif nutzen und Steuern sparen: Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, die sich „zusammen veranlagen lassen“, können mit dem Ehegattensplitting Einkommensteuer sparen. In der Regel zahlen Paare mit dem Ehegattensplitting weniger Steuern als Paare, bei denen jeder die Einkommensteuer einzeln berechnen lässt. Sie sparen vor allem dann Steuern, wenn einer von Ihnen eher viel und der andere – als Geringverdiener – eher wenig verdient.
  4. Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage gewinnen: Jeder, der nicht mehr als 35.000 Euro Einkommen im Jahr versteuern muss, wird vom Staat mit einer Wohnungsbauprämie unterstützt. Voraussetzung dafür ist, dass Sie einen Bausparvertrag abschließen. Mindestens 50 Euro müssen Sie jährlich einzahlen, höchstens 700 Euro pro Jahr werden gefördert. Dieses Geld wird dann mit 10 Prozent vom Staat bezuschusst. Für Verheiratete gelten jeweils die doppelten Beträge, also eine Einkommensgrenze von 70.000 Euro und Einzahlungen von mindestens 100 und höchstens 1.400 Euro im Jahr in den Bausparvertrag.
  5. Mobilitätsprämie nutzen: In den Genuss der Mobilitätsprämie können Sie kommen, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen unterhalb des Eingangssteuersatzes liegt und Ihr einfacher Weg zur Arbeit länger als 20 Kilometer ist. Für jeden zusätzlichen Kilometer erhalten Sie dann 14 Prozent der erhöhten Pendlerpauschale – also 4,9 Cent für das Jahr 2021. Laut Bundesfinanzministerium werden davon rund 250.000 Beschäftigte profitieren. Wer nur bis zu 20 Kilometer zur Arbeit fährt, geht allerdings leer aus.

Quelle: Vereinigte Lohnsteuerhilfe

Besonderheit für Geringverdiener:

Sie müssen gar keine Einkommensteuer und auch keine Kirchensteuer zahlen, wenn Ihr jährliches Einkommen unter 10.347 Euro (2021: 9.744 Euro) liegt. Das sind rund 862 Euro im Monat (2021: 812 Euro). Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner bzw. Lebenspartnerinnen gilt der doppelte Betrag in Höhe von 20.694 Euro (2021: 19.488 Euro). Keine Rolle spielt dabei, welche Lohnsteuerklasse Sie haben – der Grundfreibetrag ist für jeden Steuerzahler und jede Steuerzahlerin steuerfrei.

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(jn)

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