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Ein Trainer in Aktion: Adolf Timm (li.) mit den Eltern in der „Alten Rotation“ unseres Münchner Verlagshauses.

Ein Tag mit Adolf Timm

Intensiv-Training: Eltern lernen Regeln für den Schulerfolg

München – Eltern drücken die Schulbank: 60 Mütter und Väter ließen sich von Elterntrainer Adolf Timm coachen. Von Timm hören sie: Ihr Einfluss auf den Schulerfolg ist größer als der des Lehrers.

36 Gesetze des Schulerfolgs

Die Zauberzahl heißt 36: So viele Gesetze des Schulerfolgs hat der frühere Schulleiter Adolf Timm aufgestellt. 36 Regeln, wie man sein Kind erzieht, motiviert, fürs Lernen begeistert. Punkt für Punkt nimmt Timm die Gesetze an diesem Sonntag mit den Eltern durch. Das Ganztages-Seminar ist Teil der Veranstaltungsreihe Schultage München, die unser Verlagshaus ins Leben gerufen hat. Übers Jahr verteilt sollen immer wieder Bildungs-Themen für Eltern aufgegriffen werden. An diesem Sonntag ist Timm-Tag.

Nicht die Leistung, sondern die Anstrengungsbereitschaft loben

Von Vater zu Vater: Die Gesetze des Schulerfolgs regten zum Erfahrungsaustausch an.

Adolf Timm ist, obwohl früher Schulleiter in Schleswig- Holstein, keinLehrer von oben herab – sondern Vermittler von Lebensweisheiten, auf die man vielleicht mit viel Nachdenken als Vater (oder Mutter) allein kommen könnte. Aber halt nicht kommt. „Man soll nicht die Leistung loben, sondern die Anstrengungsbereitschaft“, formuliert Timm zum Beispiel zu Gesetz Nummer 3 („Loben, aber richtig“). Und sagt dann in wenigen Sätzen alles wesentliche: Dass man zuhause eine „Kultur der Anerkennung“ schaffen sollte; dass Erfolgserlebnisse Glückshormone freisetzen; und dass man ein Kind auch für eine Vier loben kann – sofern man nicht die kritische Frage hinterher schiebt, wieso der beste Freund denn eine Drei habe. Wie man anerkennenswerte Leistung aus den Kindern herauskitzelt – zu diesem Punkt kommt unter den Eltern eine Diskussion in Gang. Man könnte dem Kind ein Haustier anvertrauen, schlägt ein Vater vor – erntet aber Widerspruch. „Und was ist, wenn die Katze zum Tierarzt muss? Dann muss doch wieder die Mama fahren ...“

Zu fast jedem Gesetz haben Eltern Anmerkungen. Wie es mit Kindern zuhause zugeht, muss Timm niemand erläutern. Er wandert durch die Tischreihen. Er habe ja selber drei (inzwischen erwachsene) Kinder, erzählt der frühere Schulleiter. „Und ich bin der letzte, der sagt, in der Schule sei alles in Ordnung.“

Logische Konsequenzen statt Verbote und Strafen

Die Eltern nicken – zur Schule hat jeder seine eigene Meinung. „Wir sind ja fast schon gezwungen, unsere Kinder zum Abitur zu prügeln, koste es, was es wolle“ entfährt es einer Mutter. Die Gesellschaft bestimme die Messlatte – es ist schwer, da seinen eigenen Stil zu finden. Auch Gesetz Nummer 11 („Vermeiden Sie Verbote und Strafen“) ruft Kontroversen hervor. Verzicht auf Strafen – das finden Eltern schwierig. Timm empfiehlt als Alternative „logische Konsequenzen“ – aber worin bestehen diese, wenn der Bub im Übermut mit Zahnpaste rumschmiert? „Dann sind halt die Panini-Sammelbilder oder die Star-Wars-Figuren weg“, sagt eine Mutter.

75 Prozent des Schulerfolgs sei auf die Eltern zurückzuführen, sagt Timm gegen Ende der Veranstaltung. Die Trias Eltern, Kinder, Schule münde in Deutschland oft in „Kleinkrieg“ – und das müsse nun wirklich nicht sein.

Dirk Walter

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