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In kleinen Firmen ist jede dritte Stelle in der Chefetage mittlerweile mit einer Frau besetzt.

Statistiker: Mehr Frauen in deutschen Chefetagen

Wiesbaden - Mehr weibliche Chefs: In kleinen Firmen ist jede dritte Stelle in der Chefetage mittlerweile mit einer Frau besetzt. In den Top-Positionen großer Unternehmen sind sie aber weiter kaum vertreten.

Frauen rücken in Deutschland zunehmend in die Chefetagen auf - aber vor allem in größeren Unternehmen sind weibliche Führungskräfte nach wie vor selten. Das zeigt eine aktueller Erhebung des Statistischen Bundesamts. 2010 waren demnach knapp 28 Prozent der Führungspositionen privater Firmen mit Frauen besetzt - den Statistikern zufolge ein neuer Rekord. Doch in den herausragenden Spitzenpositionen der Wirtschaft sind Managerinnen weiter klar unterrepräsentiert: Ihr Anteil an den Top-Führungsjobs größerer Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigen liegt bei rund 17 Prozent - nur etwa jeder Sechste ist dort also weiblich.

“In den Top-Positionen sind fast ausschließlich Männer vertreten. Frauen sind nicht sichtbar und insofern auch nicht auf dem “Radar“ der Entscheider, wenn es um die Besetzung von Top-Positionen geht“, erläuterte Elke Holst, Forschungsdirektorin für Gender Studies am Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Wird bei den größeren Unternehmen auch die zweite Führungsebene mit eingerechnet, erreicht der Frauenanteil rund 23 Prozent.

Bei den kleineren Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern ist immerhin schon jede dritte Führungskraft weiblich (35 Prozent). Holst führt dies auf die kürzeren Wege bis zur Chefetage zurück: “In kleineren Unternehmen gibt es weniger Hierarchieebenen, Frauen müssen daher nicht so viele Karrierestufen überspringen.“ Außerdem machten sich viele Frauen, die in großen Betrieben nicht weiterkommen, selbstständig oder wechselten zu kleineren Firmen wechseln, wo der Aufstieg nicht so schwer sei.

Der Anteil der Frauen in Führungspositionen nahm in den vergangenen Jahren kontinuierlich leicht zu. Die Statistiker errechneten, dass er seit 1996 um rund 6 Prozentpunkte gestiegen ist. Fast jeder zweite Beschäftigte ist in Deutschland derzeit weiblich (knapp 46 Prozent) - sollten die 6 Prozentpunkte Zuwachs seit 1996 also der Maßstab für das Aufholtempo der Frauen sein, gäbe es erst etwa im Jahr 2060 rechnerische Gleichberechtigung.

Die Daten des Bundesamts basieren auf dem Mikrozensus. Bei dieser Erhebung befragen Interviewer jedes Jahr etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung, die per Stichprobe ausgewählt werden. Mit einer offenen Frage wird dabei auch erfasst, welchen Beruf der Interviewte hat.

dpa

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