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Pflegekräfte müssen auch viele bürokratische Aufgaben übernehmen.

Störende Bürokratie

München - Der in Deutschland drohende Pflegenotstand wird nach Einschätzung der Branche durch zu viel Bürokratie und unnötige Hürden noch verschärft.

Jede achte Arbeitsstunde sei alleine für die Dokumentation notwendig, beklagte der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Meurer. „Die Bürokratiekosten sind völlig aus dem Ruder gelaufen.“

Kritisch sieht er auch die Vereinbarungen zur Anwerbung von Pflegefachkräften von außerhalb der EU: Die Hürden für Interessenten aus Südostasien seien „klar zu hoch“. Meurer nannte als Beispiel die Sprachtests, die nach seiner Darstellung auf „das Eingangsniveau eines Germanistikstudiums“ zugeschnitten seien. Bevor die Betroffenen als Pflegefachkräfte eingesetzt werden dürften, müssten sie ungeachtet ihrer fachlichen Ausbildung im Heimatland noch ein halbjähriges Pflege-Praktikum in deutschen Krankenhäusern absolvieren. Es sei zu bezweifeln, ob damit Anwerbung überhaupt erfolgreich sein könne.

Der bpa-Chef sprach von einer „Verhinderungsstrategie“, für die er vor allem die Bundesländer verantwortlich machte: „Wir vertreiben die, die wir eigentlich wollen.“ Deutschland stehe im Übrigen mit den aus seiner Sicht dilettantischen Anwerbebemühungen nicht alleine da: Auch Engländer, Skandinavier und Schweizer seien an zusätzlichen Pflegekräften interessiert und bezahlten zum Teil auch besser.

dpa

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