+
Der Mitarbeiter trägt das Risiko, pünktlich bei der Arbeit zu sein. Ist er zu spät, darf der Arbeitgeber in der Regel anteilig den Lohn kürzen.

Streik, Sturm oder Stau: Mitarbeiter müssen pünktlich sein

Die U-Bahn fällt ersatzlos aus, oder auf der Autobahn ist wieder mal Stau: Immer pünktlich bei der Arbeit zu sein, ist schwieriger, als viele Chefs denken. In den allermeisten Fällen ist das in erster Line das Problem des Mitarbeiters.

Berlin (dpa/tmn) - Arbeitnehmer sind selbst dafür verantwortlich, dass sie pünktlich am Arbeitsplatz sind. Das gilt auch an Tagen, an denen das gar nicht so leicht umzusetzen ist - etwa, weil ein Streik, Stau oder Sturm den Weg zur Arbeit beschwerlich machen.

Dann gilt grundsätzlich: Für die Zeit, die der Mitarbeiter zu spät kommt, muss der Arbeitgeber keinen Lohn zahlen, sagt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Berlin. Etwas anderes gilt, wenn im Tarifvertrag oder in Betriebsvereinbarungen ausdrücklich etwas anderes geregelt ist.

Und es gibt noch andere Ausnahme: Bei manchen Arbeitsplätzen hat es der Mitarbeiter nicht in der Hand, dass er pünktlich da ist. Das gilt zum Beispiel bei Arbeitsplätzen auf Offshore-Plattformen oder auf Inseln. Hier kann etwa starker Wind oder eine Flut verhindern, dass Berufstätige pünktlich sind. Bei diesen Jobs trägt ausnahmsweise der Arbeitgeber das sogenannte Wegerisiko. Das bedeutet, dass er den Mitarbeiter auch dann bezahlen muss, wenn der gar nicht im Einsatz ist.

Über die Lohnkürzung hinaus droht Mitarbeitern beim Zuspätkommen im schlimmsten Fall sogar eine Abmahnung. Das ist allerdings nur gerechtfertigt, wenn Arbeitnehmer das Zuspätkommen verursacht haben. Bei Ereignissen, die nicht vorhersehbar sind wie ein Streik oder Sturm, ist das nicht der Fall. Ist auf einer Strecke jedoch immer Stau, ist es Sache des Mitarbeiters dafür zu sorgen, dass er pünktlich kommt.

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat gerade entschieden, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter für Arbeitsausfälle infolge eines heftigen Sturms wie "Ela" entschädigen müssen. Zwar liege das sogenannte Wegerisiko grundsätzlich beim Arbeitnehmer. In diesem Fall habe es der Arbeitgeber in einer Betriebsvereinbarung aber anders geregelt und müsse sich dann auch daran halten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Verliebt in den Kollegen? Fünf Regeln für Turteltauben
Liebe am Arbeitsplatz - kann das gut gehen? Paare, die zusammen arbeiten, haben es nicht immer leicht. Für sie gelten besondere Regeln.
Verliebt in den Kollegen? Fünf Regeln für Turteltauben
Wie Hochschulen mit Studenten kommunizieren
Was man für ein Studium braucht und wie man an einen Platz kommt, ist manchmal schwer zu verstehen. Um den Studenten ihre Hemmungen zu nehmen, nutzen Studienberater nun …
Wie Hochschulen mit Studenten kommunizieren
Sind Sie schlau genug, um für Elon Musk zu arbeiten?
Sie träumen davon, bei Tesla oder SpaceX zu arbeiten? Dann sehen Sie sich einmal diese Bewerbungsfrage an. Sie soll die Lieblingsfrage von Chef Elon Musk sein.
Sind Sie schlau genug, um für Elon Musk zu arbeiten?
Wenn Sie dieses Rätsel lösen, sind Sie ein Logik-Genie
Sind Sie logisch begabt? Dann lösen Sie dieses Rätsel bestimmt im Handumdrehen. Was glauben Sie: Wer sagt hier die Wahrheit - und wer lügt?
Wenn Sie dieses Rätsel lösen, sind Sie ein Logik-Genie

Kommentare