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Überstunden: In Deutschland werden es immer mehr.

Studie

Deutsche leisten mehr Überstunden - und kriegen weniger Geld

Chefs nutzen sie gern, um Auftragsspitzen abzufangen - Überstunden gehören in vielen deutschen Unternehmen zum Alltag. Im Vorjahr ist die Zahl wieder gestiegen.

Nürnberg - Mal zwingen volle Auftragsbücher zu Sonderschichten, mal die Erkrankung von Kollegen zu Mehrarbeit: Arbeiter und Angestellte in Deutschland haben im vergangenen Jahr wieder mehr Überstunden geleistet.

56 Millionen mehr Überstunden als noch im Vorjahr

Die Mehrarbeit habe sich 2016 auf 820,9 Millionen Stunden belaufen, teilte das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag mit. Dies seien gut 56 Millionen Überstunden mehr als 2015. Das IAB beruft sich dabei auf eine jährliche Umfrage unter 30 000 Personen in 11 000 Haushalten.

Bezogen auf den einzelnen Beschäftigten fiel der Anstieg jedoch vergleichsweise moderat aus: Demnach lag die geleistete Mehrarbeit pro Kopf mit 20,9 Stunden um 1,2 Stunden über dem Niveau von 2015.

Anstieg bei Überstunden ohne Bezahlung

Deutlich mehr Überstunden leisteten die 39,288 Millionen Beschäftigten im Jahr 2016 ohne Bezahlung - nämlich 941,2 Millionen und damit 1,6 Millionen mehr als 2015. Auf Pro-Kopf-Basis berechnet ging die Zahl der Überstunden wegen der gestiegenen Beschäftigtenzahl allerdings zurück. Danach hat jeder Beschäftigte im Schnitt 24 Überstunden geleistet, ohne dafür einen Ausgleich zu erhalten. Die Mehrarbeit sank damit im Vergleich zu 2015 um 0,3 Stunden.

Wegen des zunehmenden Einsatzes von Arbeitszeitkonten, die ein späteres Abfeiern von Mehrarbeit ermöglichen, sehen Forscher „einen langfristigen Trend zu weniger bezahlten Überstunden“.

Branchen mit den meisten Überstunden

Branchenbezogen fallen besonders viele bezahlte Überstunden in der Industrie und im Baugewerbe an. Überstunden ohne finanziellen Ausgleich sind nach IAB-Einschätzung vor allem im Dienstleistungsbereich üblich. Zu unbezahlter Mehrarbeit müssten in der Regel auch hoch qualifizierte Beschäftigte und Mitarbeiter in Führungspositionen bereit sein.

dpa

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