Workaholiker: Zehn Prozent der Befragten haben Probleme damit, Feierabend zu machen
Manche Menschen können nach der Arbeit nicht abschalten. Wer Probleme hat, Feierabend zu machen, ist häufiger schlecht gelaunt. Auch die Gesundheit leidet.
Manche Menschen machen bei der Arbeit nur das, was von ihnen verlangt wird, besonders einigen jungen Arbeitnehmern wird nachgesagt, dass sie die sogenannte Extrameile nicht gehen wollen. Andererseits gibt es allerdings auch Menschen, die nicht gut abschalten können und die ganze Zeit arbeiten. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung informiert, dass rund jeder Zehnte arbeitssüchtig ist.
Workaholic oder arbeitssüchtig – was ist das eigentlich?

Menschen, die ein unkontrollierbares Bedürfnis nach Arbeit haben wurden von Oates (1971) als Workaholics beschrieben, informiert die Studie „Suchthaftes Arbeiten und Gesundheit“ von der Hans-Böckler-Stiftung. Seitdem hat sich der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert. Ebenso wurde weiter in Begrifflichkeiten unterschieden. Im Laufe der Jahre konnte die Annahme widerlegt werden, dass es auch „glückliche, enthusiastische Subtypen“ des suchthaften Arbeitens gebe. Im wissenschaftlichen Fokus stehen derzeit die negativen und langfristigen Konsequenzen von betroffenen Arbeitnehmern und dem sozialen Umfeld. Die Verantwortlichen grenzen ein, dass die deutsche Verwendung des Begriffs Workaholic (dt. Workaholiker) schwierig sei, da damit oft Leute beschrieben würden, die trotz langer und harter Arbeit glücklich sind. Woran man suchthaftes Arbeiten erkennen kann:
- Lange Arbeitszeiten
- Probleme, sich von der Arbeit zu lösen
- Frust, wenn die Arbeit verhindert wird
- Unflexibler Arbeitsstil
Wie lange arbeiten Workaholics?
Zwölf bis vierzehn Stunden am Tag, manchmal länger, das sind die Arbeitszeiten von Workaholics. Doch die meisten von ihnen sind nicht glücklich. Das geht ebenfalls aus einer Studie hervor, die im „Journal of Occupational Health Psychology“ veröffentlicht wurde. Demnach sind Arbeitssüchtige meist schlechter gelaunt als andere Beschäftigte.
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Für die Studie haben die Verantwortlichen 139 Vollzeitbeschäftigte befragt, die administrative und organisatorische Aufgaben durchführen, informiert das Handelsblatt. Erst wurde ein psychologischer Test durchgeführt und dann mussten die Probanden Tagebucheinträge erstellen, die die Stimmung und Arbeitsbelastung thematisierten. Mittels einer App sollten die Befragten alle 90 Minuten Fragen zu ihren Gedanken und Gefühlen beantworten. Dabei ist herausgekommen, dass „die am stärksten arbeitssüchtigen Menschen im Schnitt eine schlechte Stimmung haben als die anderen“, so der Studienleiter gegenüber dem Handelsblatt.
Welche Folgen kann Arbeitssucht haben?
Die Folgen einer Arbeitssucht sind vielfältig. Denkbar seien psychosomatische Probleme, darunter Bauch- oder Kopfschmerzen, aber auch körperliche Erkrankungen wie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, informiert das Portal Arbeitsabc. Auch das Risiko, an Burnout oder Depressionen zu erkranken, kann ansteigen.