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Die Chefsessel werden häufiger neu besetzt - aber nur selten mit Frauen.

Fluktuation unter Vorständen steigt

Chefposten wechseln öfter - Frauen bleiben die Ausnahme

München - Vorstandschefs verdienen häufig sehr gut - aber wenn sie nicht die gewünschte Leistung bringen, kann es mit ihrem Job auch schnell vorbei sein. Zuletzt zog die Fluktuation in den Chefetagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz spürbar an.

Trotz der guten Wirtschaftslage sind die Posten von Vorstandschefs in Deutschland, Österreich und der Schweiz einer Studie zufolge im vergangenen Jahr wackliger geworden. Mit einer Fluktuationsquote von 16,7 Prozent nahmen demnach deutlich mehr Vorstandsvorsitzende der 300 größten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihren Hut als noch im Vorjahr (10,3 Prozent). Das ergab eine Untersuchung der Beratungsfirma PWC Strategy& (früher: Booz & Company), die am Dienstag in München veröffentlicht wurde.

Fast ein Drittel der Abgänge sei vor Vertragsablauf erfolgt, beispielsweise, weil die Topmanager die gewünschte wirtschaftliche Performance verfehlten. Im Vorjahr hatte dieser Anteil noch bei lediglich rund 10 Prozent gelegen. Darunter dürfte auch der Rückzug von VW-Chef Martin Winterkorn fallen, der wegen des Abgas-Skandals bei dem Autobauer seinen Hut genommen hatte - während sein Vertrag allerdings noch bis Ende dieses Jahres weiterläuft.

Frauen im Chefsessel nur in "homöopathischer Dosis"

Zu den übrigen Neubesetzungen der Chefposten kam es im vergangenen Jahr wie geplant, etwa wegen auslaufender Verträge - wie bei BMW oder der Allianz - oder wegen Übernahmen und Fusionen. Für Frauen ergaben sich durch die höhere Fluktuation allerdings nicht mehr Chancen auf Chefsessel - im Gegenteil: Lediglich gut 2 Prozent der frei gewordenen CEO-Posten wurden 2015 mit Frauen nachbesetzt und damit eine „homöopathische Dosis“, wie es in der Studie heißt. Im Vorjahr hatte dieser Anteil noch bei 10,3 Prozent gelegen.

Dafür schlug die Stunde externer Kandidaten aus anderen Unternehmen oder Branchen: Ein Drittel der neu berufenen Vorstandschefs kam der Studie zufolge von außerhalb. „Weltweit setzen derzeit vor allem Telekommunikations- und Healthcare-Unternehmen sowie Energieversorger auf neue, externe CEOs, um den anstehenden strategischen Herausforderungen von der Digitalisierung bis zu staatlichen Regulierungen besser und vor allem kompromissloser begegnen zu können“, erklärte Peter Gassmann, Sprecher der Geschäftsführung von PWC Strategy&.

dpa

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