Studie: Das ist der Preis für bessere Jobchancen

Nürnberg - Die Jobchancen für Arbeitslose sind gestiegen - doch Arbeitnehmer zahlen dafür auch einen hohen Preis. Eine Studie von Arbeitsmarktforschern hat nun die Nachteile der Entwicklung aufgedeckt.

Die gestiegenen Jobchancen für Arbeitslose sind nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern um den Preis unsicherer Arbeitsplätze erkauft worden. So sei der Anteil der befristet Beschäftigten in Deutschland zwischen 1997 und 2008 von 13 auf 15 Prozent gestiegen, geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Zugleich sei die Wahrscheinlichkeit, “aus Arbeitslosigkeit in einen unbefristeten Job zu wechseln“, um rund sieben Prozent gesunken.

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern habe sich “im Durchschnitt die Qualität der Beschäftigung ... verschlechtert“, betonen die Arbeitsmarktforscherinnen Regine Konle-Seidl und Parvati Trübswetter in der Studie. Besonders stark hat der Untersuchung zufolge der Anteil der befristeten Stellen in Italien, Ungarn, Tschechien und Polen zugenommen.

Insgesamt sei der deutsche Arbeitsmarkt seit 2007 aber aufnahmefähiger geworden sei. “Im Saldo konnten in den Jahren 2007 und 2008 mehr Menschen ... eine Beschäftigung aufnehmen als zehn Jahre zuvor“, betonen die Forscher. Sie führen dies unter anderem auf die Hartz-Reformen der rot-grünen Bundesregierung in der Mitte des vergangenen Jahrzehnts zurück; von den verbesserten Jobchancen hätten auch Langzeitarbeitslose profitiert. In der Studie hatten die Forscher die Entwicklung in zehn europäischen Ländern untersucht.

dpa

Rubriklistenbild: © Jens Schierenbeck/dpa/gms (Symbolbild)

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