Studie zeigt: Rückgang an Homeoffice-Angeboten wird nicht erwartet
Eine flexible Arbeitswelt – dazu gehört für viele die Möglichkeit, Homeoffice zu machen. Eine Studie vom ZEW zeigt, dass Unternehmen daran festhalten.
Von daheim aus arbeiten – für eine breitere Masse der Gesellschaft war dies im Rahmen der Corona-Pandemie zum ersten Mal möglich. Die Einschränkungen der Pandemie sind vorbei, der Wunsch nach Homeoffice ist bei einigen Menschen allerdings geblieben. Dennoch gab es in der Vergangenheit immer wieder Berichte, dass Unternehmen die Arbeitnehmer wieder zurück ins Büro holen wollen. Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW macht jetzt allerdings deutlich, dass viele Unternehmen am Homeoffice festhalten und perspektivisch ausbauen wollen.
Homeoffice-Möglichkeit ist bei großen Betrieben mehr verbreitet

Je größer das Unternehmen, desto mehr Homeoffice-Tage sind laut der Studie möglich. Weiterhin erben sich aus der Studie folgende Aufstellung für die Informationswirtschaft (IKT-Branche, Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister):
- Kleine Betriebe (fünf bis 19 Beschäftigte): 78 Prozent der Unternehmen haben Mitarbeiter, die mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche einlegen, bei 17 Prozent sind es circa fünf Tage.
- Mittlere Betriebe (20 bis 99 Beschäftigte): 93 Prozent der Unternehmen haben Mitarbeiter, die mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche einlegen, bei 33 Prozent sind es circa fünf Tage.
- Große Betriebe (über 100 Beschäftigte): 99 Prozent der Unternehmen haben Mitarbeiter, die mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche einlegen, bei 48 Prozent sind es circa fünf Tage.
Bei dem Verarbeitendem Gewerbe fallen die Zahlen geringer aus:
- Kleine Betriebe (fünf bis 19 Beschäftigte): 29 Prozent der Unternehmen haben Mitarbeiter, die mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche einlegen.
- Mittlere Betriebe (20 bis 99 Beschäftigte): 63 Prozent der Unternehmen haben Mitarbeiter, die mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche einlegen, bei 8 Prozent sind es circa fünf Tage.
- Große Betriebe (über 100 Beschäftigte): 92 Prozent der Unternehmen haben Mitarbeiter, die mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche einlegen, bei 14 Prozent sind es circa fünf Tage.
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Eine andere Studie zeigt, wie wichtig Arbeitnehmern die Chance auf Homeoffice ist. So würden einige sogar Gehaltskürzungen in Kauf nehmen.
Studie zeigt, künftig könnte es mehr Homeoffice geben
Einen deutlichen Sprung hat die Homeoffice-Möglichkeit durch die Corona-Pandemie gewonnen. In der Informationswirtschaft gab es vorher einen Anteil von 48 Prozent der Unternehmen mit Homeoffice. Im Juni 2024 waren es 82 Prozent. Im verarbeitendem Gewerbe waren es vor der Pandemie 24 Prozent, im Juni 2024 57 Prozent, wie der Studie zu entnehmen ist.
Laut unserer Befragung arbeiten Beschäftigte in 82 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft mindestens einmal wöchentlich im Homeoffice. Im stärker ortsgebundenen verarbeitenden Gewerbe sind es 48 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die ihren Beschäftigten mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche ermöglichen, verharrt damit seit der Corona-Pandemie auf einem konstant hohen Niveau. Demnach sehen wir aktuell keine Anzeichen für eine Abkehr der Unternehmen von Homeoffice-Angeboten, die mindestens einen Tag pro Woche umfassen.
Die Prognose für die kommenden zwei Jahre ist, dass die Angebote an Homeoffice-Möglichkeiten noch ansteigen werden – auf 88 beziehungsweise 57 Prozent, informiert Erdsiek.
Die Daten wurden im Juni 2024 erhoben. Es beteiligten sich rund 1.200 deutsche Unternehmen.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) forderte zuletzt ein Recht auf Homeoffice. Tagesschau.de berichtet, dass im Koalitionsvertrag der Ampelregierung vereinbart wurde, dass Arbeitnehmer, abhängig vom Beruf, ein Recht auf Homeoffice erhalten sollen. Bisher wurde dies nicht umgesetzt.