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Etwa ein Fünftel aller Kernbeschäftigten in Deutschland zählt zu den atypisch Beschäftigten - vor allem junge Menschen, Frauen und Ausländer.

Teufelskreis Teilzeit

Gefahr für Rente und Karriere: Stecken Sie in der Teilzeit-Falle?

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Ein Fünftel der deutschen Arbeitnehmer sitzt in einer Teilzeit-Beschäftigung fest - was dramatische Folgen für ihre Karriere und ihr Leben im Alter haben kann.

Gehören Sie zu den Glücklichen mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag? Oder sind Sie einer der etwa 20 Prozent aller Arbeitnehmer zwischen 15 und 64 Jahren mit befristetem Vertrag, in Teilzeit oder Minijob?

Weiterhin viele atypisch Beschäftigte in Deutschland

Ein Fünftel aller Arbeitnehmer in Deutschland sind in Teilzeit, einem Minijob oder befristet angestellt, schreibt das Nachrichtenmagazin Focus.de. Und viele davon sind jung, weiblich und/oder ohne deutschen Pass. Dies sind die sogenannten atypisch Beschäftigten. Ihre Anzahl sei weiterhin auf einem hohen Niveau, berichtete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, und es ist schwer, wieder rauszukommen. Die meisten atypisch Beschäftigten gibt es im Gesundheits- und Sozialwesen.

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Im Westen arbeiten mehr atypisch Beschäftigte als im Osten

Laut dem Sozialverband VdK ist eine atypische Beschäftigung ein hohes Risiko für die Rente. So geht es zum Beispiel fast jeder dritten Frau: Viele opfern ihre Vollzeitbeschäftigung für die Kindererziehung, bekommen dadurch weniger Rente und sind so häufiger von Altersarmut betroffen. Ihre Anzahl sank jedoch seit 2011 um 450.000. Unter den Männern ist nur jeder zehnte in einer atypischen Beschäftigung; hier sind es 183.000 weniger. Auch das Alter spielt eine Rolle: Junge Menschen zwischen 15 bis 24 Jahren steigen oft mit befristeten Verträgen ins Berufsleben ein; fast ein Drittel von ihnen ist atypisch beschäftigt, wie das WSI schreibt. Die Zahl der atypisch beschäftigten Ausländer nahm über die Jahre sogar zu.

Auch zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es Unterschiede. Brandenburg hat mit 14 Prozent am wenigsten atypisch Beschäftigte, Bremen mit 26,2 Prozent die meisten. Hamburg hat im Westen mit 17,9 Prozent den niedrigsten Anteil. Insgesamt arbeiten im Westen mehr Arbeitnehmer atypisch beschäftigt als im Osten. Das liegt laut WSI an der besser ausgebauten Kinderbetreuung in Ostdeutschland.

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Minijobs verschärfen den Fachkräftemangel, sagt DGB

Aus Sicht der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sind solche Beschäftigungsformen allerdings unverzichtbar, da sie den Einstieg in die Arbeit erleichtern und neue Perspektiven für gering Qualifizierte und Langzeitarbeitslose aufzeigen. Dieses Argument lassen die Gewerkschaften jedoch nicht zählen: "Der Arbeitgeber holt sich den Arbeitnehmer ran, wenn er ihn braucht und wenn er ihn nicht mehr braucht, wird er wieder entlassen. Die meisten sind nicht qualifikationsgerecht beschäftigt, der Fachkräftemangel wird verschärft", kritisiert der Arbeitsmarktexperte des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Johannes Jakob.

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vro

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