Tobias Leisgang und die Holz-Minibar, die sich per Touchpad öffnen lässt - ein Arbeitsalltag ohne Routine.
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Tobias Leisgang und die Holz-Minibar, die sich per Touchpad öffnen lässt - ein Arbeitsalltag ohne Routine.

Architekt in der Kreativzentrale: Wer innovativ sein will, muss manchmal leiden

Der integrierte Schaltkreis war nur der Anfang. Etliche Innovationen in der Elektronik gehen auf Texas Instruments (TI) zurück. Wer zu den Produktentwicklern gehört, muss nicht nur für neues offen sein – er benötigt auch Leidensfähigkeit..

Überraschung ist sein Alltag. Wenn es im Berufsleben von Tobias Leisgang eine Routine gibt, dann die, dass es nie Routine gibt. Denn der Ingenieur ist direkt am Puls von TI. Dort, wo die Innovationen entstehen, und wo jeden Tag ein neuer Trend um die Ecke kommen kann.

"Es ist ein schnelllebiges Business", sagt er. "Was gerade noch Stand der Technik ist, kann morgen schon veraltet sein." Bei TI in Freising arbeitet eine Vielzahl von Produktentwickler-Teams. Ingenieure, Physiker und Chemiker aus mehr als 60 Nationen, die dafür sorgen sollen, dass das Unternehmen seiner Zeit immer einige Schritte voraus ist. Unterstützt werden sie von Ingenieuren und Wissenschaftlern, die neue Möglichkeiten der Halbleiter-Technologie erforschen sollen.

Triumph und Enttäuschung liegen nah beieinander

Kilby Lab heißen diese Ideenschmieden, benannt nach dem berühmtesten Sohn von TI, dem Erfinder des integrierten Schaltkreises. Wer in Jack Kilbys Fußstapfen treten will, muss offen für Neues und begeisterungsfähig sein, aber auch über ein erhebliches Maß an Frustrationstoleranz verfügen. Denn von der Grundidee zum Produkt führt selten ein gerader Weg, wie Leisgang betont. "Meistens ist es ein Zick-Zack-Kurs, und der bietet oft auch schmerzhafte Punkte." Etwa dann, wenn im Labor andere Ergebnisse als bei der Simulation herauskommen. Oder wenn ein Konkurrent mit einem ähnlichen Produkt schneller auf dem Markt ist.

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Auch Bewährtes darf sich verändern

Oft genug aber sind es die Mitarbeiter von TI, denen ein neuer Coup gelingt. Einer der ganz großen Errungenschaften des Unternehmens ist der MSP430 – ein Mikrocontroller, der für Anwendungen mit niedrigstem Stromverbrauch optimiert ist und in nahezu jedem deutschen Haushalt an etlichen Stellen versteckt ist. So kontrolliert der Chip den Motor der elektrischen Zahnbürste und des Rasierapparats. Er ist das Herzstück von Heizkostenzählern und Blutdruckmessgeräten. In Zeiten, in denen sich die technische Entwicklung immer mehr beschleunigt, hält sich der MSP430 nahezu eine Ewigkeit. Vor 25 Jahren wurde der Chip auf den Markt gebracht – am Valentinstag.

Aber auch diese Liebe musste sich immer wieder neu erfinden. Jedes Jahr entstehen von dem Mikrocontroller bis zu zehn neue Derivate, berichtet Leisgang, der sich oft im Spannungsfeld zwischen Alt und Neu befindet. "Man hat immer das Bedürfnis, Bestehendes zu bewahren, weil es zur Identität eines Unternehmens gehört", sagt er. "Aber du darfst an Ideen nicht hängen bleiben, sonst verlierst du den Anschluss an den Markt."

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Innovation Club und Innovation Days für mehr Austausch

Wer innovativ sein will, muss über den eigenen Tellerrand blicken. Dazu gehören nicht nur Fachzeitschriften und Messen , betont Leisgang. TI-Mitarbeiter haben einen Innovation Club gegründet. Regelmäßig treffen sich Vertreter unterschiedlicher Firmen zum Brunch. Den Austausch findet Leisgang spannend. Besonders ist ihm ein Gespräch mit den Erfindern von Babo Blue im Gedächtnis geblieben – ehemaligen Weihenstephaner Studenten, die ein blau gefärbtes Bier-Mischgetränk auf den Markt gebracht haben. Was Leisgang beeindruckt hat: "Dass sie auch auf einem scheinbar gesättigten Markt erfolgreich einen neuen Trend setzen konnten."

Aus der Mitte der Belegschaft stammt auch die Idee der Innovation Days. Einmal im Quartal steht der alltägliche Arbeitsprozess still. "Diese Tage stehen zur freien Verfügung, um an Problemen zu arbeiten, für die man im normalen Arbeitsprozess keine Zeit hat, um Inputs aus anderen Teams zu holen, querzudenken und neue Ideen zu kreieren", erklärt Leisgang. "Manchmal kommen dabei super Sachen heraus." Etwa eine Mini-Bar aus Holz, die sich mit einem Touch-Feld öffnen lässt. "Wir wollten beweisen, dass diese Technik, die man vom Smartphone her kennt, nicht nur bei Glas funktioniert." Auch bei dem Projekt haben unterschiedliche Vorlieben geholfen. Der eine hat programmiert, der andere gelötet. Ein Mitarbeiter, der aus einem Schreinereibetrieb stammt, konnte sagen, wie dick die Bretter höchstens sein dürfen, damit die Touch-Technik nicht außer Kraft gesetzt wird. Am Ende hat es geklappt.

Arbeiten bei Texas Instruments: Impressionen

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Texas Instruments Arbeitgeber
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