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Hat der Chef einen cholerischen Anfall – dann sollten die Mitarbeiter versuchen, Ruhe zu bewahren.

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Schwieriger Chef? Das kann man tun!

Berlin – Impulsiv, gewissenlos, selbstverliebt, aber auch charmant, selbstbewusst und eloquent: Diese Charakterzüge von psychopathischen Menschen trifft man häufig in der Chefetage, sagen Experten.

Cholerisch und skrupellos

Im Schnitt habe jede zehnte Führungskraft psychopathische Züge, schätzt Prof. Gerhard Roth von der Universität Bremen. Die meisten seien Männer. Ihre Skrupellosigkeit und fehlende Empathie helfe dabei, sich im Unternehmen durchzusetzen. Wer als Mitarbeiter mit ihnen zu tun hat, muss darunter leiden. Mit ihrer cholerischen und disziplinlosen Art schikanieren Menschen mit solchen Eigenschaften ihr Team. Sie ändern oft innerhalb kurzer Zeit ihre Meinung. Loben sie in einem Moment Ideen gen Himmel, zerreißen sie diese im nächsten Augenblick in der Luft. Manchmal verkaufen sie fremde Gedanken als die ihren. Insgesamt ist es für andere schwer, sie einzuschätzen. Echte Irre sitzen allerdings kaum in Führungsetagen.

Schwere Persönlichkeitsstörung

Psychopathie gilt als eine schwere Form der dissozialen Persönlichkeitsstörung. Betroffenen fehlt jegliches Einfühlungsvermögen für andere. Sie können keine Rücksicht nehmen und setzen ihr Charisma bewusst ein, um andere zu manipulieren. In der Regel ist die Krankheit genetisch bedingt. „Frühkindliche Traumata können aber ebenso Ursache sein“, erklärt Roth.

Mitarbeiter sind verunsichert

Chefs mit diesen Eigenschaften können mit ihrer Art eine Abteilung oder im schlimmsten Fall eine Firma ruinieren. Die Zusammenarbeit ist für Mitarbeiter schwierig, in der Folge sind sie oft verunsichert oder melden sich sogar krank. Weil so die Motivation leidet, wird oft nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht. Mitunter lässt die Leistung der ganzen Abteilung nach. Wer ein anderes Jobangebot bekommt, ist oft schnell bereit, die Firma zu verlassen. Zurück bleiben oft nur die Schwächeren. „Um den Druck auszuhalten, verbünden sich einige Mitarbeiter mit dem Chef. So wird das Opfer zum Mittäter“, verdeutlicht Oliver Groß, Trainer für Mitarbeiterführung.

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Das kann man dagegen tun

Doch was kann der Einzelne dagegen tun? Eines sollten sich Mitarbeiter abschminken: Einen psychopathischen Chef zu ändern, ist kaum möglich. Kritik ertragen diese Vorgesetzten nicht. „Leiden mehrere Personen, können sich Mitarbeiter zusammentun“, empfiehlt Groß. Sie bitten dann am besten um ein Konfliktgespräch. Darin rücken sie dann besser nicht das eigene Leiden in den Vordergrund, sondern betonen lieber die Konsequenzen für das Unternehmen. Das kann etwa sein, dass Arbeit liegen bleibt oder die Abteilung langfristige Ziele nicht erreicht.

Keine Vorwürfe sondern Verbesserungsvorschläge

Persönliche Vorwürfe haben in einem Konfliktgespräch nichts zu suchen. Besser ist es, den Chef mit Verbesserungsvorschlägen ins Boot zu holen. Neue Ideen sollten nicht ausschweifend, sondern kurz und präzise formuliert werden. Wichtig ist auch, im Gespräch selbstsicher zu sein. Merkt der Chef die Unsicherheit, geht er zum Angriff über. Mit plötzlichen Wutanfällen rechnen Mitarbeiter besser. Hier gilt: Ruhe bewahren! Da der Chef seine Meinung innerhalb von Sekunden ändern kann, rückt er von Äußerungen möglicherweise auch wieder ab. Grundsätzlich gilt: Beschäftigte nehmen besser nichts persönlich.

An den Betriebsrat wenden

Hilft das alles nichts, wenden sich Mitarbeiter am besten an den Betriebsrat, rät Christoph Schmitz von der Gewerkschaft Verdi. „Unter Umständen kann auch der zuständige Gewerkschaftssekretär das Problem mit der Geschäftsführung ansprechen.“ Leitet ein Mensch mit psychopathischen Zügen die Firma, gebe es am Ende nur Verlierer, warnt Personaltrainer Groß. Ein schlechtes Betriebsklima hemmt die Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter. Potenziale bleiben ungenutzt und ganze Abteilungen hinter ihren Möglichkeiten. Negative Auswirkungen für das Unternehmen wie sinkende Umsätze können durchaus die Folgen sein.

dpa

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