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Wie geht das? Was man in der Schule nicht verstanden hat, kann der Nachhilfelehrer nochmal genau erklären. 

Für bessere Noten

Trend Ferienkurse: Schulbank statt Schwimmbad

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München - Immer mehr Eltern buchen für ihre Kinder Ferienkurse. In der Hoffnung, deren Noten künftig zu verbessern, Wissenslücken zu schließen oder sich für neue Fächer im kommenden Schuljahr vorzubereiten. Auch in München ist die Nachfrage groß.

Vor einer Woche war Timo noch an der Adria. Zwei Wochen hat er mit seiner Familie Urlaub auf einem Campingplatz in Italien gemacht. Jetzt ist er wieder daheim und in zwei Wochen fängt die Schule an. Doch das erste Mal wird der Elfjährige schon diese Woche wieder hinter einer Schulbank sitzen. Eineinhalb Stunden täglich lernt er Französisch – die neue Fremdsprache, die in der kommenden sechsten Klasse des Gymnasiums auf dem Lehrplan steht. Timo macht das nicht ganz freiwillig: Damit er sich schon mal ein wenig einhören kann in die neue Sprache, haben seine Eltern den Kurs für ihn gebucht.

Kein Einzelfall. Viele Sprachschulen, Lerninstitute und Nachhilfeschulen in München bieten Ferienkurse an – die immer beliebter werden. „Wir haben in diesen Sommerferien unsere acht Niederlassungen in München erstmals mehrere Wochen geöffnet“, sagt Thomas Momotow, Sprecher des Nachhilfeanbieters „Studienkreis“. Die Tendenz der vergangenen zwei Jahre belege, dass die Ferien gerne genutzt werden, um in einem Problemfach Lücken zu schließen. „Wir haben viele Schüler, die ihre Nachhilfe in den Ferien fortsetzen, aber auch einige, die erstmals unser Angebot nutzen“, sagt Momotow. Für letzere gibt es sehr günstige Ferienkurse. Fünf Mal können sie für eineinhalb Stunden in einer der Studienkreis-Einrichtungen im Stadtgebiet die Fächer ihrer Wahl pauken. In kleinen Lerngruppen können sie „auch drei Mal nachfragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben“, was in der Schule oft nicht möglich sei. Die Kurse finden immer vormittags statt – „damit die Kinder auch noch genug Freizeit in ihren Ferien haben“.

Vor allem Schüler der Mittelstufe nutzen das Angebot. Oberstufen-Schüler vor allem, wenn es auf die Abschlussprüfungen zugeht.

Die Klassiker: Mathematik, Fremdsprachen und Deutsch. Und wie motiviert sind die Kinder und Jugendlichen? „Klar fänden es viele besser, frei zu haben“, sagt Momotow. „Doch die Erfolgserlebnisse machen ihnen auch neuen Mut.“

Auch Susanne Schrom, Leiterin der Münchner Nachhilfeeinrichtung „clever teens“ stellt einen neuen Trend zu Ferienkursen fest. „Vor allem dieses Jahr hatte ich vermehrt Anfragen“, sagt sie. Das sei zum einen ein Trend, der aus den USA herüberschwappe. „Dort ist es ganz üblich, die Kinder in Sommercamps zu schicken.“ Zum anderen liege es auch daran, dass es kein Vorrücken auf Probe mehr gebe wie früher. Stattdessen eine Nachprüfung am Ende der Sommerferien.

Susanne Schrom hält jedoch wenig von den reinen Ferienkursen: „Sie bringen nicht wirklich viel, sind höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Das erklärt sie den Eltern, die bei ihr anfragen, auch ganz offen. „Ein Ferienkurs ist geeignet, um mal bei uns hineinzuschnuppern“, sagt sie. Doch in der kurzen Zeit bleibe nicht viel hängen, etwa zehn Prozent, schätzt sie. „Man muss den Stoff öfter wiederholen, damit er im Gedächtnis bleibt.“ Sie rät Eltern daher, Kinder lieber schon während der Schulzeit kontinuierlich zu unterstützen.

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