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Die meisten Unternehmer müssen die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Tipps für Unternehmer und Existenzgründer

Umsatzsteuer: Das müssen Sie beachten

Umsatz-, Mehrwert-, Vorsteuer: Kaum jemand blickt im Steuer-Dschungel wirklich durch. Aber was müssen Sie beachten, um nicht ins Visier des Finanzamts zu geraten? Wir haben alle wichtigen Infos und Tipps.

Die Mehrwert- und Umsatzsteuer begegnen Ihnen jeden Tag - und trotzdem fallen sie kaum auf. Deshalb werden sie auch als indirekte Steuern bezeichnet. So taucht die Mehrwertsteuer auf Rechnungen und Kassenbelegen bloß als Kleingedrucktes auf und wird automatisch bei der Zahlung beglichen. Sind Sie allerdings Unternehmer oder möchten Sie ein Unternehmen gründen, dann müssen Sie sich zwangsläufig eingehender mit diesen Steuern befassen.

Mehrwert- oder Umsatzsteuer?

Seit 1967 wird die Umsatzsteuer nach dem Mehrwertprinzip erhoben - deshalb werden die beiden Bezeichnungen umgangssprachlich auch synonym verwendet. Steuerrechtlich und betriebswirtschaftlich sieht es jedoch anders aus: Einfach ausgedrückt ist "Umsatzsteuer" der Oberbegriff und "Mehrwertsteuer" die Art, wie diese erhoben wird.

Als Unternehmer sind Sie verpflichtet, die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Denn sie besteuert das Entgelt für Ihre erbrachten Lieferungen und anderen Leistungen. Nur wenige Gewerbetreibende wie Ärzte, Rechtsanwälte und Künstler können hiervon ausgenommen sein.

Die sog. Mehrwertsteuer zahlen Sie nicht aus eigener Tasche, sondern stellen diese Ihren Kunden in Rechnung. Das heißt, dass auf das zu zahlende Entgelt die Steuer von 19 Prozent (7 Prozent bei speziellen Waren wie Lebensmitteln, Büchern, Blumen, etc.) berechnet wird und mit dieser zusammen den endgültigen Preis bildet. Unabhängig davon, ob Sie materielle oder immaterielle Güter wie etwa Dienstleistungen verkaufen, müssen Sie bei der Rechnungsstellung die Umsatzsteuer angeben.

Besondere Umstände bei der Umsatzsteuererhebung

Die Umsatzsteuer und ihre genaue Ermittlung sind steuerrechtlich extrem wichtig. Daher sind Sie als Existenzgründer verpflichtet, Ihre Umsätze für das Gründungs- sowie das folgende Geschäftsjahr zu schätzen und dem Finanzamt glaubhaft zu machen.

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Auf Basis dieser Schätzung wird nämlich deutlich, ob Sie überhaupt Umsatzsteuer zahlen müssen oder von der sog. Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen können und dadurch von der Umsatzsteuerpflicht befreit sind. Nicht nur für Existenzgründer, sondern ebenso für andere Unternehmer gilt, dass Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen können, sofern Ihr Verdienst weniger als 17.500 Euro im ersten Geschäftsjahr beträgt und im Folgenden unter 50.000 Euro bleibt. Das bedeutet, dass Sie keine Umsatzsteuer berechnen und abführen müssen. Ihre Preise sind dann Bruttobeträge ohne den Ausweis der Umsatzsteuer. Sie werden dann als Nichtunternehmer behandelt, sind allerdings auch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt.

Vorsteuer aus Umsatzsteuer

Als Unternehmer können Sie die Umsatzsteuer, welche Ihnen von einem anderen Unternehmen in Rechnung gestellt wurde, als Vorsteuer geltend machen und diesen Betrag vom Finanzamt zurückerhalten. Es sei denn, Sie wenden die Kleinunternehmerregelung an.

Verkaufen Sie erworbene Waren an Dritte weiter, veranschlagen Sie erneut Umsatzsteuer auf Ihren Verkaufspreis. Der Endverbraucher trägt die gesamte Steuerlast, während Sie sich als Unternehmer einen Teil vom Finanzamt zurückholen können. Sie müssen lediglich die Umsatzsteuer abzüglich der Vorsteuer abführen, was bedeutet, dass Sie bloß auf den Mehrwert des Produkts die Steuer entrichten müssen. Als Existenzgründer sind Sie verpflichtet, in den ersten beiden Geschäftsjahren monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt einzureichen. Dies ist nicht mehr nötig, wenn Ihre monatlichen Umsätze des Vorjahres 7.500 Euro nicht überstiegen haben.

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