+
Professor Hartmut Webersinke

Unabhängige Vermögensverwaltung

Anlagestrategie: Neue Schritte wagen

Unsicher sind die Zeiten immer. Doch aktuell empfinden viele Menschen die Lage fast bedrohlich. Zu viele Dinge passieren gleichzeitig:

Krisen in aller Welt häufen sich, Europa kann sich dem nicht mehr entziehen, wie die Flüchtlingszahlen zeigen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung scheint sich in vielen Weltregionen abzuschwächen. All dies hat zu Jahresbeginn auch die Börsen irritiert; die Aktienkurse fielen von Höchstständen in deutlich niedrigere Gefilde. „Wir erleben eine Phase tiefer Verunsicherung und Ratlosigkeit“, beobachtet Dr. Hartwig Webersinke. Der Professor für Finanzdienstleistungen an der Hochschule Aschaffenburg kommt bei seiner Analyse der Märkte und Entwicklungen derzeit zu einem nüchternen Ergebnis: „Viele Themen bleiben ohne Lösung.“ Die Politik – ob in Berlin, Brüssel oder in anderen Zentren der Welt – bleibe Antworten schuldig, die Krisen laufen einfach weiter.

Unsicher sind die Zeiten immer. Doch aktuell empfinden viele Menschen die Lage fast bedrohlich. Zu viele Dinge passieren gleichzeitig: Krisen in aller Welt häufen sich, Europa kann sich dem nicht mehr entziehen, wie die Flüchtlingszahlen zeigen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung scheint sich in vielen Weltregionen abzuschwächen. All dies hat zu Jahresbeginn auch die Börsen irritiert; die Aktienkurse fielen von Höchstständen in deutlich niedrigere Gefilde. „Wir erleben eine Phase tiefer Verunsicherung und Ratlosigkeit“, beobachtet Dr. Hartwig Webersinke. Der Professor für Finanzdienstleistungen an der Hochschule Aschaffenburg kommt bei seiner Analyse der Märkte und Entwicklungen derzeit zu einem nüchternen Ergebnis: „Viele Themen bleiben ohne Lösung.“ Die Politik – ob in Berlin, Brüssel oder in anderen Zentren der Welt – bleibe Antworten schuldig, die Krisen laufen einfach weiter.

Märkte übertreiben

„Solche Szenarien mögen die Börsen nicht“, erklärt Webersinke die Kursverluste und die hohe Schwankung vor allem in den ersten Wochen des Jahres. Dass sich seit Anfang März die Entwicklung stabilisiert hat, führt der Experte auch darauf zurück, dass die Märkte übertrieben reagiert hatten. Die Wirtschaftsentwicklung in China etwa wird derzeit mit großer Sorge beobachtet. „Wir sehen aber keine Weltrezession“, stellt Webersinke fest. Im Gegenteil: Zumindest die deutsche Wirtschaft zeigt sich so robust wie schon lange nicht mehr. Der Arbeitsmarkt nähert sich der Vollbeschäftigung. „Man hat düstere Erwartungen, aber wird positiv von der Lage überrascht“, fasst Webersinke zusammen. Die widersprüchlichen Signale verwirren Bürger wie Börsen gleichermaßen. Zudem bleiben die Herausforderungen: „Wir haben große Aufgaben vor uns“, sagt Webersinke und verweist auf die gesamteuropäische Situation. Deutschland mag vielleicht gut dastehen. „Aber die europäischen Nachbarn leiden nach wie vor unter hohen Schuldenlasten und großer Arbeitslosigkeit.“ Das Flüchtlingsthema habe in der Wahrnehmung alle anderen Probleme verdrängt, „da ist vieles liegengeblieben“. Vor allem: „Wir driften auseinander“, und darin sieht Webersinke eine große Bedrohung. Die Gefahr, dass sich die europäischen Staaten trennen und der Euro auseinanderbricht, sei „so groß wie nie zuvor“ – auch weil die Wähler keine Geduld mehr hätten und sich radikalen Parteien zuwenden. „Eine wohlhabende Gesellschaft hat Angst vor Veränderungen“, erklärt der Wissenschaftler diese Phänomene. Die Welt wird sich indes verändern, der Druck bleibt hoch. Und damit einmal mehr die Unsicherheit.

Deutsche vertrauen Immobilien

Was heißt das alles nun für Anleger? Ein Großteil der Deutschen sorgt sich um das private Vermögen, wie gerade eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid zeigt. Die Meinungsforscher hatten im Auftrag der Gesellschaft Deutschen Börse Commodities, dem Anbieter des Goldprodukts Xetra-Gold, Ende Februar rund eintausend Menschen befragt. Nur ein Viertel zeigte sich gar nicht beunruhigt. Das größte Vertrauen genießen in Deutschland Immobilien, gefolgt von Tages- oder Festgeldkonten und Sparbüchern sowie Gold. Während ersteres und letztes zu den Sachwerten gehören, werten Anlageexperten Geld und Zinsprodukte als problematisch. „Sparanlagen genießen weiterhin großes Vertrauen und sind als Anlagemöglichkeit beliebt, obwohl die realen Zinsen aufgrund des Niedrigzinsumfelds häufig negativ sind“, sagt sagte Michael König, Geschäftsführer der Deutsche Börse Commodities GmbH. „Folglich verlieren Anleger bei dieser Anlage Geld.“ In diesem Umfeld steige die Attraktivität von Gold, meint König, „das Edelmetall wird seiner Rolle als Krisenwährung gerecht“. Ein „dramatisches Umdenken“ sei nötig, meint auch Professor Webersinke, der Aktien ins Spiel bringt. „Keine Aktien – kein Ertrag“, lautet seine auf den Punkt gebrachte Formel. Für die Altersvorsorge sei das eine Katastrophe, denn das Vermögen verzeichne keinen Zinseszins-Effekt mehr. Immobilien sieht Webersinke durchaus als Sachwert-Alternative. Allerdings seien Investments, die auf große 1a-Lagen konzentriert sind, oft schon so teuer, dass ihre Rentabilität an Grenzen stößt. „Es wird künftig vielleicht schwieriger, Mieter zu finden.“ Aber es geht hier nicht um ein Entweder-Oder. „Die Mischung macht’s“, betont Webersinke – einmal mehr. Denn diese alte Regel werde nach wie vor nicht befolgt. Zur ausgewogenen Mischung gehören heute dann eben auch Investments in Aktien. Doch wie können unerfahrene Anleger einen Einstieg finden? „Nicht in Einzelengagements“, sagt Webersinke und rät damit vom Kauf einzelner Unternehmensanteile ab. Besser seien Fonds, die gerade auch eine Renaissance erleben. „Anleger können hier schon mit zum Beispiel 100 Euro eine Streuung über viele Unternehmen hinbekommen.“ Bleibt das Problem, aus einem Universum von tausenden Fonds das passende Produkt herauszufiltern, dazu noch die anderen Anlageklassen im Blick zu haben und womöglich beim Immobilienkauf Fehler zu vermeiden. „Man braucht hier Hilfe und Unterstützung der Bank, des Vermögensverwalters, der hilft“, betont Webersinke.

Jürgen Grosche

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Verliebt in den Kollegen? Fünf Regeln für Turteltauben
Liebe am Arbeitsplatz - kann das gut gehen? Paare, die zusammen arbeiten, haben es nicht immer leicht. Für sie gelten besondere Regeln.
Verliebt in den Kollegen? Fünf Regeln für Turteltauben
Wie Hochschulen mit Studenten kommunizieren
Was man für ein Studium braucht und wie man an einen Platz kommt, ist manchmal schwer zu verstehen. Um den Studenten ihre Hemmungen zu nehmen, nutzen Studienberater nun …
Wie Hochschulen mit Studenten kommunizieren
Sind Sie schlau genug, um für Elon Musk zu arbeiten?
Sie träumen davon, bei Tesla oder SpaceX zu arbeiten? Dann sehen Sie sich einmal diese Bewerbungsfrage an. Sie soll die Lieblingsfrage von Chef Elon Musk sein.
Sind Sie schlau genug, um für Elon Musk zu arbeiten?
Wenn Sie dieses Rätsel lösen, sind Sie ein Logik-Genie
Sind Sie logisch begabt? Dann lösen Sie dieses Rätsel bestimmt im Handumdrehen. Was glauben Sie: Wer sagt hier die Wahrheit - und wer lügt?
Wenn Sie dieses Rätsel lösen, sind Sie ein Logik-Genie

Kommentare