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Börse

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Berufshändler: Professionell jagen statt zocken

Gut ausgebildete Börsenhändler sind Mangelware. Die Tradematiker-Ausbildung soll das ändern.

An der Börse Gewinne machen – das wollen viele. Private Trader, Börsenprofis von Banken, Brokern oder Vermögensverwaltern. Doch wenige haben das von der Pike auf gelernt. Die gründliche Ausbildung zum Berufshändler, wie sie früher üblich war, gibt es nicht mehr. „Viele Banken machen seit der Finanzkrise keinen Eigenhandel mehr“, stellt Uwe Wagner von der Alster Kontor Wagner GmbH fest, „sie haben das Geschäft an Hedgefonds ausgelagert“.

Uwe Wagner, Berufshändler.

Heute lernen Händler das Geschäft in Banken im Schnelldurchgang, vieles sei „learning by doing“, sagt Wagner. Die Händler machen zwar an den Börsen eine Prüfung und bekommen dafür ein Zertifikat. Doch das Niveau entspreche bei weitem nicht dem des Berufshändlers. Wagner selbst hatte das Handwerk noch gelernt, war bei Banken im Investmenthandel tätig. Der Profi weiß, worauf es ankommt: „Wer heute an den immer komplexer werdenden Märkten erfolgreich bestehen will, muss deren Strukturen, deren Zusammenspiel und deren gegenseitige Beeinflussungen verstehen.“ Ein Händler müsse mehr als Trading und Chartanalyse beherrschen. „Er muss in der Lage sein, Risiken zu erkennen und zu steuern, er muss das Wissen über die Akteure im Markt jederzeit abrufen können, benötigt die richtigen Informationen und das passende Werkzeug.“

Genau das vermittelt Alster Kontor im Schulungsangebot „Tradematiker“. „Wir wollen so zum Händler ausbilden, wie wir es gelernt haben“, sagt der Börsenprofi. Gut ausgebildete Händler sollen auch dazu beitragen, dass sich das angeschlagene Image des Investmentbankings wieder verbessert. Tradematiker hat dazu veritable Partner gefunden, zum Beispiel die Deutsche Börse, deren Terminbörse Eurex zu den größten der Welt gehört, oder den technischen Dienstleister für Handelsplattformen Trading Technologies. Börsenhandel ist mehr als der Kauf oder Verkauf von Aktien. Gehandelt werden Optionen, Futures und andere Instrumente, die ein Händler genau verstehen sollte. Entsprechend gründlich ist die Ausbildung. Einer dreimonatigen Grundausbildung schließt sich ein Vierteljahr Vorbereitung auf den Abschluss „Zertifizierter Börsenhändler Eurex“ an. In weiteren drei Monaten vertiefen die angehenden Händler ihre Kenntnisse.

„Das alles ist aber erst der Anfang“, sagt Wagner. Vielleicht zwölf Prozent der Händler-Schüler sind dann schon richtig gut, 50 bis 60 Prozent verbessern im Anschluss ihre Fähigkeiten weiter. Fingerspitzengefühl, ein gutes Näschen – das alles hat auch mit Erfahrung zu tun. Seit 2014 gibt es die Ausbildung. Zurzeit sind 79 Kandidaten dabei. Sie alle können Banken, Vermögensverwaltern, Fondsgesellschaften, Tradinghäusern, aber auch Energieunternehmen zu einem professionelleren Handel von Optionen, Rohstoff-Futures und anderen an der Börse umgesetzten Wertpapieren helfen. Die Nachfrage sei da, stellt Wagner fest. Er ist überzeugt, dass die Tradematiker-Profis das Rüstzeug dafür mitbringen. „Wir bieten auch Einzelseminare und Weiterbildungen für Experten aus anderen Häusern an“, sagt Wagner. Er hat auch eine klare Definition, was einen guten Trader ausmacht: „Er überlässt nichts dem Zufall, er zockt nicht und spielt nicht, sondern sieht sich als überlegener Jäger, der um seine Stärken und Schwächen weiß, erstere weiter ausbaut und letztere zu überwinden versucht.“

Weitere Infos: www.tradematiker.de, www.kursplus.de

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